HundeWelt Magazin

Nicht selten sind die Weichen schon von Anfang an falsch gestellt. 

Fast immer ist nämlich das Erste, das ein Welpe von uns wahrnimmt, Unsicherheit. Wir können unsere Gefühle nicht kontrollieren. Wir streicheln den Kleinen, wenn er an uns hochspringt, nehmen ihn sofort auf den Arm, wenn er jammert. Und begeben uns so, ohne es zu merken, immer mehr selbst in die Rolle des Schützlings. Dabei ist der erste Eindruck das Wichtigste. Machen Sie sich den ersten Moment des Kennenlernens nicht kaputt. Sie wollen mit diesem Lebewesen schließlich die nächsten Jahre verbringen. Wenn alles gut geht, sein Leben lang. Das Erste, was der Welpe von mir mit- bekommt, ist ein Gefühl der Ruhe und Sicherheit. Und dieses Gefühl ist der Grundstein für eine gute Beziehung. Denn so wie er mich im ersten Mo- ment erlebt, werde ich in seinem Kopf bleiben. Als ein ruhiger und sicherer Mensch, der weiß, was er tut, und dem man sich daher ohne Sorgen anver- trauen kann. Wenn Sie sein natürliches Bedürfnis nach Sicherheit respektieren, können Sie ihn streicheln, küssen, mit ihm reden, ihn frisieren – und ihn auch anziehen. Ein Hund leidet nicht, wenn er »verkleidet« wird. Er leidet, wenn er nicht so leben kann, wie es seiner Na- tur entspricht, weil man seine Instinkte nicht berücksichtigt. Wer das beherzigt, kommt der erfüllten Mensch-Hund-Beziehung ein großes Stück näher. 

José Arce 



Wuff Bookazin

HundeWelt Magazin SO WERDEN SIE ZUM DREAM-TEAM

Ein Hund wird von Anfang an erzogen, zuerst von der Mutter, dann von den Geschwistern und schließlich von den Menschen, bei denen er aufwächst. Erziehung ist für Hunde nichts Neues. José Arce erklärt, wie Sie die Spaziergänge mit Ihrem Hund ganz leicht nutzen können, um Ihren Hund zu erziehen. 

von José Arce 

Egal wie alt Ihr Hund ist und egal woher Ihr Hund kommt, im Grunde müssen Sie nur seine Instinkte nutzen, um zu einem guten Team zu werden. Wenn Ihr Hund weiß, dass er zu Ihnen gehört, schaffen Sie so schon Bindung. Feste Strukturen sind für jeden Hund wichtig, um dem Hund eine Basis von Vertrauen und Sicherheit zu geben. Sie stärken durch Struktur im Alltag nebenbei auch die Bindung, weil der Hund dadurch spürt, dass er sich auf Sie verlassen kann. Der Natur unserer Hunde entspricht es, uns möglichst alles recht zu machen, unsere Hunde müssen täglich Neues lernen, damit sie in der Menschenwelt gut zurechtkommen und sich wohlfühlen. Damit Ihr Hund Auto fährt, alleine bleibt, mit Ihnen ins Café geht, braucht er Sie als souveränen und sicheren Menschen, der ihm alles mit viel Ruhe und Liebe zeigt. Dann wachsen Sie fast automatisch zu dem zusammen, was ich als ein harmonisches Mensch-Hund-Team bezeichne, eine Partnerschaft, die beiden Seiten gut tut und von der alle etwas haben. 

Ihr Hund möchte ein Teil von Ihnen sein. Das reicht ihm.“ 

Natürlich kann man unerwünschtem Verhalten immer entgegenwirken – egal wie alt ein Hund ist. Ich unterstütze mit meiner Arbeit jeden Tag Hundehalter, die etwas in ihrer Mensch-Hund-Beziehung verändern wollen. Und das auch schaffen. Aber alles ist so viel einfacher, wenn Sie Ihrem Hund vom ersten Tag an zeigen, was Sie sich von ihm wünschen. Und ihm das auch noch so vermitteln, dass er es versteht und lernen kann. Wir selbst sind der Schlüssel zu einer guten Partnerschaft, mit unserem eigenen Verhalten legen wir den Grundstein einer erfolgreichen Erziehung. Egal woher Ihr Hund kommt, vom Züchter, aus dem Tierheim oder aus einer Familie: Ihr Hund braucht Ihre Unterstützung. Sie müssen ihm klarmachen, was Sie von ihm erwarten. Sie müssen ihm zeigen, wie Ihr Alltag funktioniert, damit er sich mit Ruhe und Sicherheit integrieren kann. Jeder Hund, egal wie alt und woher, ist bereit für ein neues Leben. Er ist bereit für ein Leben mit Ihnen, und er freut sich darauf Ihnen die Liebe zurück zu schenken, die Sie ihm geben. Weil Sie bei ihm sind und er sich bei Ihnen sicher und aufgehoben fühlt. Auf dieser Basis können Sie aufbauen, indem Sie das Zusammengehörigkeitsgefühl immer weiter fördern. Denn eine gute Bindung ist die Basis für alles, was Sie gemeinsam erreichen wollen. 



Die wichtigste Charaktereigenschaft, die ein Hundehalter braucht, ist Souveränität. 

Das wichtigste Gefühl: Intuition.“

 

Für einen Hund ist es selbstverständlich, dass er mit anderen zusammenlebt, ja zusammenleben muss. Und dank sei- ner Natur kann er sich sehr schnell an eine neue Familie anpassen. Sein Instinkt sorgt dafür, dass er genauso dazu bereit ist, sich an Sie zu binden und von Ihnen zu lernen, wie er es bisher von seiner Mutter, seinen Geschwistern oder den Menschen, die ihn betreuten, getan hat. Alles was Sie dazu tun müssen, ist, ihn als echtes Familienmitglied aufzunehmen. In gewisser Weise müssen Sie genauso Verantwortung für ihn übernehmen wie für ein Kind. Hunde fühlen sich mit einem geregelten Tagesablauf am wohlsten. 

Am besten wird jeder Tag von einem immer wiederkehrenden, gesunden Rhythmus strukturiert. Struktur gibt den Hunden auch in unsicheren Situationen Halt. Daher sollten Sie versuchen, im gemeinsamen Alltag einen Rhythmus zu entwickeln, der dem des natürlichen Umfelds so nahe wie möglich kommt. Ein geordneter, immer wiederkehrender Tagesablauf erleichtert es Ihrem Hund zu erkennen, dass Sie alles unter Kontrolle haben. Dadurch fühlt er sich bei Ihnen sicher, und das verstärkt die Bindung. 

Man kann eine Situation nur verändern, indem man sich selbst verändert. Mit unserer Hilfe kann ein Hund, der sonst immer weggerannt ist, lernen, dass er das nicht muss. 

Und ein 'Angreifer' lernt, entspannt zu bleiben.“

 

Feste Strukturen und Tagesabläufe sind wichtig. Sie helfen Ihrem Hund, sich sicher zu fühlen und Ruhe zu finden. Sie stärken die Bindung zu Ihnen immer weiter. Sie schaffen die Voraussetzung, dass der Hund lernt, was er können muss. Sie erleichtern es dem Hund, auch einmal allein zu sein. Wenn Sie dann auch noch nach meiner Methode strukturiert spazieren gehen, erfüllen Sie alle Kriterien, um ein Dream-Team zu werden. Meine Methode spazieren zu gehen unterscheidet sich jedoch auch ein bisschen von der üblichen Art des Gassigehens. Ich sehe jeden Tag so viele Hundebesitzer, die neben, vor oder hinter ihrem Vierbeiner herlaufen – vor allem eben, damit er sein Geschäft erledigt, vielleicht auch, um selbst ein bisschen rauszukommen. Sie treffen dabei Leute, unterhalten sich, telefonieren nebenbei oder schreiben bei WhatsApp. Was aber die wenigsten tun, ist, auf ihren Hund zu achten. Ich finde das schade, denn damit verpassen sie eine tolle Chance, dass aus ihnen und ihren Hunden ein wirklich eingespieltes Team wird. Das Wichtigste beim strukturierten Gassigehen ist, dass Sie den Spaziergang klar strukturieren. Es gibt einen Teil, bei dem der Hund einfach nur brav neben Ihnen herläuft, und einen, bei dem er Pause machen darf. Und dann noch mal einen, in dem er wieder bei Ihnen läuft, um so dem Hund nebenbei eine Aufgabe zu geben. Ich bin sicher, schon nach einigen so strukturierten Spaziergängen werden Sie sehen, wie gut das Ihrem Hund tut. Seit Hunde mit Menschen zusammenleben, hatten sie Aufgaben. Es liegt in ihrer Natur, mit uns zu arbeiten. Heute müssen nur noch die wenigsten Hunde echte Arbeit leisten. Umso wichtiger ist es, dass man sie auf artgerechte Art anders fordert. In Ihrer Mensch-Hund-Familie müssen Sie die Ruhe und Sicherheit vermitteln und für Aufgaben sorgen. Und dazu ist der tägliche Spaziergang eine gute Gelegenheit, Ihrem Hund genau diese Ruhe und Sicherheit zu vermitteln und ihm gleichzeitig ohne zusätzlichen Aufwand noch eine Aufgabe zu geben: Sich auf Sie zu konzentrieren und Ihnen zu folgen. Das ist keine Strafe für Ihren Hund, sondern eine Freude! Und es stärkt ganz automatisch Ihre Bindung. Für Ihren Hund gibt es nichts Größeres, als gemeinsam mit Ihnen die Welt zu entdecken. Der Spaziergang ist eine gute Gelegenheit dazu, ihm zu zeigen, worauf es im gemeinsamen Alltag ankommt. 

 





 

 

 

 

 

DER HUND

HUNDE LEBEN IM HIER UND JETZT. SIE KÖNNEN JEDEN TAG NOCH EINMAL VON VORN ANFANGEN. 

Gute Erziehung mag für jeden etwas anderes sein. Für mich ist die Voraussetzung dafür, dass sich ein Hund so verhält, wie man es möchte, immer dieselbe: ein ruhiger, sicherer Mensch. Hunde haben sich über Jahrtausende dem Menschen immer mehr angepasst. Für den Großteil der gemeinsamen Geschichte begleiteten sie den Menschen bei der Jagd. Als unsere Ahnen sesshaft wurden, sollten die Hunde Haus und Vieh bewachen. Später wurden die Aufgaben spezialisiert. 

Verantwortung tragen 

Auch heute erfüllen Hunde die unterschiedlichsten Aufgaben. Sie hüten zum Beispiel Schafe, spüren Lawinenopfer auf, suchen Drogen oder helfen Blinden im Alltag. Die meisten Hunde sollen uns jedoch nur als vierbeinige Freunde durchs Leben begleiten. Damit sich Ihr Hund dabei wohlfühlt, damit es ihm – und somit auch Ihnen – gut geht, sollten Sie ihm jeden Tag und jede Stunde das Gefühl geben, dass er bei Ihnen so leben kann, wie es seiner Natur entspricht. Das bedeutet nicht, dass er frei und wild ist, sondern dass er sich bei Ihnen wie ein richtiges Familienmitglied fühlen kann. Tatsache ist, dass sich ein Hund nur dann wohlfühlt, wenn Sie die Verantwortung tragen, für seine Ruhe und Sicherheit sorgen und ihm eine Aufgabe geben. 

Respekt ist wichtig 

Eine artgerechtere Aufgabe für Ihren Hund ist es, wenn er Ihnen einfach folgen, sie einfach begleiten darf. Es ist Arbeit für seinen Kopf, wenn er den Alltag mit Ihnen verbringt und versucht, das, was Sie von ihm erwarten, bestmöglich zu erfüllen. Für mich ist Erziehung eine individuelle Sache. Was der eine Hundehalter unter „gut erzogen“ versteht, gleicht nicht unbedingt der Vorstellung des anderen. Ich erziehe meine Hunde mit Respekt gegenüber anderen Menschen und Hunden. Wenn ich zum Beispiel mit einem meiner Hunde in ein Café gehe, möchte ich niemanden belästigen. Ich trage die Verantwortung dafür, dass sich mein Hund in unserer Menschenwelt sicher fühlt und nicht ängstlich und unsicher ist. Dazu braucht mein Hund nicht viel zu lernen. Es gibt vieles, das Hunde lernen können. Aber nur eine Handvoll davon ist für den gemeinsamen Alltag wirklich unverzichtbar. 

Die Basics 

Folgende Basics sind mir wichtig: Meine Hunde sollen ihren eigenen Platz kennen und Grenzen akzeptieren. Sie sollen mit mir diszipliniert Gassi gehen und auf Zuruf kommen oder stehenbleiben, sich setzen oder hinlegen wenn ich es sage. Die meisten dieser Dinge macht der Hund mehr oder weniger automatisch, wenn die Beziehung zu seinem Menschen stimmt. Denn Hunde sind Meister darin, uns zu verstehen. Das fasziniert mich jeden Tag aufs Neue. Unsere Verbindung zu Hunden ist so instinktiv. Wir können gemeinsam so viel erreichen. Allerdings dürfen wir nicht vergessen, Hunde als das zu erkennen, was sie sind. Sie so zu respektieren und zu lieben. 

Zweite Chancen 

Das Tolle an Hunden ist, dass sie nicht nachtragend sind. Selbst wenn ein Team die natürliche Beziehung verloren hat, weil der Mensch es versäumt hat, die Bedürfnisse des Vierbeiners zu erfüllen und sich bei diesem deshalb die ein oder andere 

Unart eingeschlichen hat, lässt sich die Harmonie zuverlässig wiederherstellen. Dazu müssen Sie sich bewusst werden, wie Hunde ticken – ihre Natur erkennen und respektieren. Und das eigene Verhalten verändern. 

In dem Moment, in dem es Ihnen gelingt, dass sich der Hund bei Ihnen sicher fühlt, findet er die nötige Ruhe und Stabilität wieder. Wenn Sie das schaffen, gehören seine Unarten bald der Vergangenheit an. Ihr Hund denkt dann nicht mehr daran, wie es früher war, sondern genießt einfach, wie es jetzt ist. Er möchte ja im Grunde nichts lieber tun, als bei Ihnen zu sein und zu Ihrer Familie zu gehören. Dazu aber braucht er Ihre Hilfe. Ihr Hund braucht Sie als verantwortungsbewussten Menschen, der ihm Liebe gibt, ihm Entscheidungen abnimmt und ihm signalisiert, dass der Zweibeiner alles im Griff hat und er sich keinen Kopf machen muss. José Arce





 

 

HundeWelt

Auch in Spanien und auf Mallorca gibt es noch immer viel Tierleid. Hier möchte ich besonders auf das Schicksal der Renn- und Jagdhunde eingehen. Diese Hunde sind nicht einfach zu vermitteln und haben meist ein unvorstellbar schlimmes Vorleben gehabt. 

 

DIE „SENSIBLEN“ SPANISCHEN TIER- 

SCHUTZHUNDE

 

Auch in Spanien ändern sich die Dinge leider nur langsam. Noch immer sind viele Menschen mit alten 

Traditionen verbunden. So geraten auch noch heute viele Hunde, die zur Jagd oder für Rennen genutzt wurden, nachdem sie nicht mehr dazu taugen, in Gefahr, einfach entsorgt zu werden. 

Mittlerweile hat sich aber auch bei vielen dieser „Hundehalter“ herumgesprochen, dass es Menschen gibt, die ihnen Geld für ihre Hunde zahlen, damit sie gerettet werden, oder Tierschutzvereine, die ihnen die Hunde kostenlos abnehmen. Gott sei Dank gibt es immer mehr Menschen und spanische und deutsche Tierschutzvereine, die sich genau für diese Tiere einsetzen. Dank der Hilfe dieser Organisationen hat sich auf dem Festland und auf Mallorca viel verändert. Den Menschen werden die Augen geöffnet, damit sie die Tiere nicht weiter so respektlos behandeln wie eine Ware, sondern wie einen Freund oder Familienangehörigen, den man nicht einfach weggeben kann, wenn dieser seinen Zweck nicht mehr erfüllt, oder den man nicht einfach an eine Kette hängt, wo er dann den Rest seines Lebens verbringt. 

„Man kann eine Situation nur verändern, indem man sich selbst verändert. Ihr Hund möchte ein Teil von Ihnen sein. Das reicht ihm.“ 

Wir müssen noch vieles ändern, damit diese Hunde auch in Spanien endlich das Leben bekommen, das ihnen zusteht, und das, was das Wichtigste für jeden Hund ist: ein zu Hause und Menschen, die sich kümmern, Verantwortung übernehmen und das Tier als unseren Begleiter und Freund lieben. Aus diesem Grund bin ich dankbar für jeden Hund, der aus den Händen von Jägern oder sogenannten Rennhundesportlern gerettet oder freigekauft wird. Jeder dieser Hunde hat ein Recht auf einen sicheren Platz bei einem Menschen mit Liebe und Verantwortung für den Rest seines Lebens. „Gegenüber Hunden aus dem Tierheim schnappt die Mitleidsfalle besonders schnell zu. Wir denken nämlich eher daran, was ein Tier schon erlebt haben könnte, anstatt daran, wie wir ihm endlich Sicherheit schenken können.“ 

Diese meist besonders sensiblen Hunde brauchen Menschen, die ihnen das Vertrauen in uns Menschen und Sicherheit zurückgeben. Selbst diese Hunde mit meist schlimmen Erfahrungen sind nicht nachtragend und danken es ihrem Adoptivmenschen mit ihrer uneingeschränkten Liebe. 

„Hunde leben im Hier und Jetzt. Sie können jeden Tag noch einmal von vorn anfangen.“ 

Für diese Hunde ist es besonders wichtig, dass sie einen Platz finden, an dem sie sich sicher fühlen können, und einen Menschen finden, der es schafft, ihnen dieses Gefühl zu vermitteln. So ein Hund aus dem Tierschutz braucht 

idealerweise einen Menschen, der die Verantwortung für ihn übernimmt, seinem neuen vierbeinigen Gefährten mit Ruhe und Sicherheit das neue Leben zeigt und ohne Gewalt und Druck für Frieden und Ruhe sorgt. Das ist, was der Mensch dem Hund bieten sollte. Wenn diese Stabilität fehlt, wird der Hund unruhig und unsicher. 

„Jede Veränderung braucht Zeit. Vergessen Sie nicht, dass Ihr Hund vielleicht schon Jahre so gelebt hat.“ 

Besonders Hunde aus dem Tierschutz brauchen Sicherheit, und die bekommen diese Hunde auch durch Struktur im Leben. 

Mit meiner Methode des strukturierten Spaziergangs möchte ich helfen, auf einfachste und natürliche Art, Mensch und Hund glücklich zu machen. Es geht einfach darum, gemeinsam Spaß zu haben und den Spaziergang als das zu verstehen, was er ist! Ganz praktisch könnte ein derartiger strukturierter Spaziergang so aussehen: Sie verlassen das Haus oder steigen aus dem Auto und führen Ihren Hund erst einmal 15 Minuten mit oder ohne Leine. In dieser Zeit soll der Hund nichts auf eigene Faust unternehmen. Er soll keinen anderen Hund begrüßen, es sei denn, Sie wollen das auch, er soll nicht rennen, hüpfen, spielen ... Kurzum: In dieser Viertelstunde hat der Hund nichts anderes zu tun, als Ihnen zu folgen und neben Ihnen herzulaufen, und genau dabei arbeitet er und lernt, dass der Mensch dabei die Verantwortung trägt und der Hund sich an der Seite des Menschen sicher fühlen kann. In seinem Kopf ist das natürliche Arbeit. Arbeit nach seinem natürlichen Instinkt. Ist die Viertelstunde um, bleiben Sie an einem schönen Plätzchen stehen oder setzen sich hin. Der Instinkt des Hundes sagt ihm, dass jetzt die Zeit gekommen ist, all das zu tun, wofür vorher keine Zeit war, weil er ja arbeiten musste. Jetzt kann er herumschnuppern, sein Geschäft erledigen, sich hinlegen oder spielen, während Sie ihn beobachten und die Ruhe genießen. Nach fünf Minuten rufen Sie Ihren Hund dann zu sich und gehen Seite an Seite so zurück, wie Sie gekommen sind. Das Ganze machen Sie am besten dreimal am Tag. Natürlich können Sie diese Art des Spaziergangs beliebig ausdehnen. Ich selbst bin oft viele Stunden mit meinen Hunden un- terwegs. Wichtig ist aber auch dann, dass sich Phasen des Geführtwerdens und solche, in denen der Hund selbst- ständig die Umgebung erkunden kann, ablösen – wobei erstere überwiegen sollten. 

Der Spaziergang ist die beste Zeit, die wir mit unserem Hund verbringen und ihm dabei auch noch eine tolle Aufgabe geben: Er darf uns begleiten, und wir erkunden zusammen die Welt. 

José Arce 



DOG´S AVENUE

José Arce ist Hund-Mensch-Therapeut. 

Er stellt die Verbindung zwischen Mensch und Hund wieder her.

Er sieht seine Aufgabe darin, Türen zu einem besseren Miteinander zu öffnen 

und einen entspannten und friedvollen Alltag mit dem geliebten Haustier zu ermöglichen. 

Der Weg zu einer echten Beziehung zum Hund führt für ihn über die Instinkte – die des Hundes, aber auch die des Menschen. 

 

 

Tierarztbesuch – 

ab jetzt entspannt!

 

Dass Hunde Angst vom Tierarztbesuch haben, ist gar nicht so selten. Das heißt aber nicht, dass jeder dieser Vierbeiner schon schlechte Erfahrung mit dem Besuch gemacht hätte. Da kann ich gleich eine Lanze für die Tierärzte brechen: Dass hat nichts mit dem Tierarzt zu tun, sondern hat sich trotz aller Liebe des Besitzers unbeabsichtigt eingeschlichen. 

 

WARUM HAT DER HUND ANGST? 

Wenn unsere Fellnasen ängstlich sind, kann es viele verschiedene Gründe haben. Manche Hunde sind besonders empfindsam und zurückhaltender als andere, sie erschrecken schnell oder fürchten sich leichter. Und manchmal haben die Hunde tatsächlich schlechte Erfahrungen mit unbekannten Dingen gemacht oder sind in gewisser Weise traumatisiert und haben daher Angst vor bestimmten Situationen oder Gegenständen. Aber in den allermeisten Fällen sind Hunde ängstlich, weil sie etwas nicht kennen oder sie sich nicht sicher fühlen. Das geht auch uns Menschen so, wir fühlen uns doch auch nicht nicht wohl in unserer Haut, wenn wir irgendetwas Unbekanntes zum ersten Mal machen sollen. Oftmals wurde es einfach versäumt dem Hund rechtzeitig und verständnisvoll mit verschiedenen Dingen und Situationen zu konfrontieren, damit er möglichst viel in unserer Menschenwelt kennenlernt. Wenn Sie einen Hund haben, der unsicher und ängstlich vor einem Tierarztbesuch ist, sage ich Ihnen: Es ist nie zu spät, dem Hund zu helfen und etwas zu ändern. Dann ist es Ihre Aufgabe, Ihrem Hund zu zeigen, dass er an Ihrer Seite sicher ist, und ihn mit den ungewohnten Dingen vertraut zu machen. 

 

SO NEHMEN SIE IHM DIE ANGST 

Natürlich steht außer Frage, dass Hunde ein gutes Gedächtnis haben. Hunde können sich noch nach Monaten an bestimmte Dinge und Situationen erinnern. Genauso können Hunde sich natürlich auch an Misshandlung oder andere schlimme Erlebnisse erinnern, durch die sie traumatisiert sein können. Doch anders als viele Menschen leben Hunde nicht ständig mit ihren Erinnerungen, sondern im Hier und Jetzt, und genau das ist der Punkt: 

Dass Hunde ganz im Jetzt und für den Moment leben und man ihnen jederzeit die Balance, innere Stabilität und Sicherheit zurückgeben kann, die sie verloren haben. Das Einzige was wir dazu tun müssen, ist, unser eigenes Verhalten zu überdenken und unsere Haltung gegenüber dem Hund zu verändern. Wenn wir es schaffen, dem Hund wieder ein Gefühl der Stabilität und Sicherheit zu vermitteln, kann er zur Ruhe finden und gemeinsam mit uns Neues und auch Unsicheres entdecken. Wenn Sie einen ängstlichen Hund haben, bedeutet das aber nicht, dass Sie seine Persönlichkeit von Grund auf umkrempeln müssen. Alles, was Sie tun sollten, ist zu versuchen, dass der Hund sich in bestimmten Alltagssituationen wohl und sicher an Ihrer Seite fühlt, dass Sie dafür sorgen, dass die Situation für ihn angenehm wird und er nicht mehr den Impuls verspürt zu flüchten. 

 

EINFACH KLARE WORTE, BITTE! 

Vor einem Tierarztbesuch - und damit meine ich natürlich die Routinebesuche wie Impftermine usw. - machen Sie mit Ihrem Vierbeiner bitte einen ausgiebigen von Ihnen geführten Spaziergang, und schon beim Spaziergang achten Sie bitte darauf, dass Sie eine klare Sprache mit ihm sprechen. Verhindern Sie einen mitleidigen Tonfall oder einen traurigen Gesichtsausdruck, wenn Sie den Hund ansprechen. Wir Menschen vergessen manchmal, wie nahe uns die Hunde sind und dass unsere Hunde sehr wohl erkennen können, was mit uns los ist! Sie lesen es in unserem Gesicht, an unserer Mimik und sie hören es auch an unserer Sprache, ob die Welt in Ordnung ist oder ob etwas Ungewohntes oder Schlimmes auf uns zukommt. Erst nach diesem gemeinsamen Spaziergang gehen sie in Ruhe zu ihrem Tierarzt und bitten auch dort alle Beteiligten um klare Worte, damit meine ich kein „Gefippe“ und Ansprachen wie „du Armer“. Einfach klare Worte, bitte! Dann helfen Sie Ihrem Hund auf den Behandlungstisch, indem Sie zuerst seine Vorderpfoten dort absetzen und ihn dann vorsichtig von hinten auf den Tisch heraufheben. Alleine durch diese Hilfestellung bekommt der Hund das Gefühl, einen sicheren Boden zu betreten, und fühlt sich schon viel wohler. Genau diese Hilfestellung können Sie z. B. auch gerne dazu nutzen, einem Hund, der beim Autofahren unsicher ist, so das Auto als einen sicheren Ort vorzustellen. Je klarer und sicherer wir Menschen uns in Situationen, die für unseren Hund neu sind, benehmen und bewegen, desto leichter ist es für einen Hund, sich sicher und geborgen an unserer Seite zu fühlen. Am allerbesten ist es natürlich, wenn man die Möglichkeit hat, seinen jungen Hund von Anfang an an unbekannte Situationen zu gewöhnen, damit er rechtzeitig lernt: 

Wenn mein Mensch da ist, kann ich ruhig bleiben und mir kann nichts passieren. 

 

José Arce 

 

 

 

 

HundeWelt Magazin

Warum Mensch und Hund beste Freunde sein können 

Zwischen Mensch und Hund be- steht eine natürliche Verbindung, die in unserer modernen Welt jedoch leicht verloren gehen kann. Ich werde sehr oft gefragt, ob Hunde ihren Menschen auch wirklich lieben – so wie der Mensch seinen Hund liebt. Natürlich! Hunde fühlen wie wir Menschen. Der Weg zu einer echten Beziehung zwischen Mensch und Hund führt über unsere Instinkte. Damit es unserem Hund gut geht, braucht er eine Beziehung zu seinem Menschen, in der er sich sicher und geborgen fühlt. Ohne diese Beziehung würde er sich nicht in unserer Menschenwelt zurechtfinden. Darum sollten wir uns daran erinnern, dass der Hund neben uns in erster Linie ein Tier ist und das er seinen natürlichen Instinkten folgt. Wie wir selbst auch. In vielen Dingen sind sich Mensch und Hund ähnlich. Wir wollen keinen Hunger leiden und uns sicher fühlen. Vor allem aber wollen wir nicht allein, sondern in einer Gruppe leben. Genau das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum es uns möglich ist, eine so enge und stabile Freundschaft zu unserem Hund aufzubauen. Allein in Deutschland leben heute mehr als sieben Millionen Hunde. Nur die wenigsten von ihnen müssen noch jene Arbeiten übernehmen, für die sie einst vom Menschen "gedacht" waren. Heutzutage haben die Menschen ihnen eine andere Aufgabe zugedacht: Sie wünschen sich einen treuen Freund und Gefährten. Diesen Wunsch erfüllt der Hund gerne, denn er will unser Freund, Begleiter und ein Teil unserer Familie sein. Dann erst fühlt er sich wohl.

Ein einsamer Hund ist ein verlorener Hund. José Arce

HUNDEREPORTER

Hunde brauchen 

Ruhe und Sicherheit 

José Arce ist Mensch- und Hundetherapeut. Er deckt Fehler, Missverständnisse und Traumata bei Menschen auf und hilft so als „Brückenbauer“ direkt dem Hund. 

Die innere Ruhe eines ausgeglichenen Menschen erzeugt eine Atmosphäre von Ruhe, in der sich alle wohlfühlen auch unsere Hunde. 

Mit Ruhe meine ich hier nicht das Fehlen beziehungsweise Nichtvorhandensein akustischer Geräusche. In de Natur ist es so gut wie nie ganz ruhig, alles um uns herum lebt und macht in irgendeiner Form Geräusche. Die Ruhe, von der ich spreche, ist vielmehr ein innerer Zustand, etwas das tief aus uns selbst kommt. So kann man es auch bei unseren Hunden beobachten, wenn sie zur Ruhe kommen, fällt jegliche Anspannung von ihnen ab. Ängste und Unsicherheiten lösen sich in Luft auf, sie fühlen sich unbeschwert, sind sorglos und frei. Ruhe ist das Fehlen jeglicher Unsicherheit. Sie ist ein Synonym für totale Entspanntheit. Bei wild lebenden Hunden ist dieser Zustand der Ruhe erreicht, wenn die Tiere erfolgreich Futter gesucht haben und sich das ganze Rudel satt gefressen hat. Jeder Tag wird somit strukturiert von einem immer wiederkehrenden, gesunden Rhythmus: Morgens und abends sind die Tiere aktiv, weil sie Futter suchen. Dazwischen herrscht Ruhe. Man hat gearbeitet und gefressen. Nun ist Zeit, um miteinander zu spielen und zu schlafen. Zeit sich zu entspannen und sich zu erholen. 

Warum Ruhe wichtig ist 

Nicht zuletzt dienen die Ruhe- und Schlafphasen auch dazu, dass Gelerntes sich verfestigt. Das Gehirn braucht Zeit, Erfahrungen zu verarbeiten – da geht es Hunden nicht viel anders als uns selbst. Das bedeutet übrigens nicht, dass die Hunde fest schlafen. Die meiste Zeit döst ein Hund vor sich hin. Sobald er etwas Ungewohntes hört oder wittert, ist er blitzschnell wieder hellwach. Das ist natürlich anstrengend und mit ein Grund dafür, dass Hunde so viel Ruhe brauchen. Haben die Hunde keine Möglichkeit, sich in ausreichendem Maß auszuruhen, steigt der Stresslevel schnell und stark an. Sie sind aufgekratzt und unkonzentriert, werden leicht nervös und reizbar und können schließlich sogar krank werden. Stress schwächt den Körper. Das ist bei uns selbst doch genauso. 

Als Hundebesitzer sollten wir immer da- für sorgen,, dass sich unser Hund zwischen der gemeinsamen Zeit wie z.B. Spazierengehen oder spielen nach dem Fressen genug ausruhen kann. Denn das Gegenteil von Entspannung ist Aufregung – und die wäre für unseren Hund dann einfach nicht gut. Nicht nur Welpen brauchen Auszeiten, auch wenn die Kleinen sicher noch am meisten schlafen müssen, um alle Eindrücke zu verarbeiten. Auch ausgewachsene Hunde haben ein enormes Ruhebedürfnis. Allerdings ist es für unsere Hunde oft sehr viel schwieriger, einen Tagesrhythmus zu finden, der es ihnen erlaubt, sich in ausreichendem Maße zurückzuziehen. Das liegt auch daran, dass viele Hundehalter einfach unterschätzen, wie viel Schlaf ein Hund braucht. Sie denken stattdessen nicht selten, dass sie ihn eigentlich noch viel mehr beschäftigen müssten, als sie es ohnehin schon tun. 

Sicherheit ist die Grundlage von Ruhe 

Die wichtigste Voraussetzung dafür, dass Ihr Hund zur Ruhe kommen kann, ist, dass Sie ihm Sicherheit geben. Nur wenn er weiß, dass Sie die volle Verantwortung für die Dinge übernehmen, die rund um ihn herum passieren, kann er überhaupt abschalten. Wenn er dagegen spürt, dass Sie nicht in allem, was Sie tun, sicher sind, fühlt er sich nicht genug aufgehoben. Er wird dann instinktiv seinen Genen folgen und selbst dafür zu sorgen versuchen, dass in seinem Umfeld alles nach Plan läuft. Was das bedeutet, ist Ihnen mittlerweile sicher klar: Ihr Hund wird versuchen, selbst die Verantwortung zu übernehmen und sich entsprechend verhalten. Er muss an der Leine ziehen, sein Futter verteidigen, andere Hunde ankläffen, die Einrichtung demolieren ... Es gibt unzählige Signale dafür, dass Hund und Mensch die Position getauscht haben. Der Grund dafür ist jedoch immer derselbe: Die Instabilität in der Beziehung bringt ihn aus dem Gleichgewicht. Und mit der Balance geht schnell auch der gesunde natürliche Ruherhythmus verloren. Weil sich der, der die Verantwortung trägt, natürlich am wenigsten ausruht – schließlich muss er dann dafür sorgen, dass sich die anderen sicher fühlen. Wenn der Hund also »meint«, die Verantwortung für die anderen Familienmitglieder übernehmen zu müssen, schrumpfen die Phasen, in denen auch er sich einmal entspannen kann. Daher ist es so wichtig, dass Sie die Verantwortung übernehmen und Ruhe und Sicherheit ausstrahlen. Angst und Unsicherheit sind nämlich das absolute Gegenteil von Entspannung und Ruhe. Nur Hunde, die sich in Sicherheit wissen, weil ein der Mensch die Verantwortung für sie trägt, können sich entspannen. Für diese Hunde ist es ganz nebenbei kein Problem, allein zu Hause zu bleiben. 

Sie nutzen die Zeit, in der ihr Frauchen oder Herrchen unterwegs ist, ganz einfach, um sich ausgiebig auszuruhen. Sie können Ihrem Hund außerdem dabei helfen, zu Hause zur Ruhe zu kommen, indem Sie ihm einen festen Platz anbieten, auf den er sich zurückziehen kann. Ob Sie dazu eine Hundematratze anschaffen, ein Körbchen aufstellen, ein großes Kissen auf den Boden legen oder ein Plätzchen auf dem Sofa freimachen, bleibt Ihnen überlassen. Ihr Hund sollte wissen, dass er dort einen Rückzugsort findet, wenn er seine Ruhe haben und nicht gestreichelt werden oder spielen will. Jeder Hund sollte so einen Platz in seinem Zuhause haben. Einen Ort der Ruhe und Sicherheit! 

José Arce











 

 

DOGS

LEBE EINFACH!

RUND ZWEIHUNDERT MEHR ODER WENIGER GESCHEITERTE HUND-MENSCH-BEZIEHUNGEN VERSUCHT JOSÉ ARCE JEDES JAHR WIEDER ZU KITTEN.

ER WEISS: »DAS SCHLIMMSTE FÜR DEN VIERBEINER IST, WENN IHM SEIN HERRCHEN DAS GEFÜHL GIBT, ER MÜSSE FÜR IHN DIE VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN«



GEMEINSAM STARTEN

„Jeden Morgen und jeden Abend mache ich mit meinen sieben Hunden einen großen Spaziergang. Wenn ich arbeiten muss, stehe ich drei Stunden vorher auf, um mich mit meinem Rudel gemeinsam zu bewegen. Danach gehe ich mit einem guten Gefühl aus dem Haus, weil meine Hunde alles hatten, was sie brauchen. Ich empfinde das nicht als Belastung, es ist mein Leben. Durch meine Hunde habe ich gelernt, wie wichtig es ist, morgens einen ausgiebigen Spaziergang zu machen, die Leere der Stadt zu genießen oder den Sonnenaufgang zu betrachten. Hunde bringen uns die einfachen Dinge des Lebens wieder nahe, sie bringen uns zurück zu unseren Wurzeln. Menschen, Tiere, Pflanzen, wir alle sind miteinander verbunden. Ich glaube, das ist es, was der Hund uns jeden Tag vermittelt. In tausend Jahren leben wir vielleicht auf dem Mond, aber ich wette, wir haben trotzdem unsere Hunde dabei.“

INSTINKTE WECKEN

„Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch einen angeborenen Instinkt hat, der ihm sagt, wie man mit einem Hund umgehen muss. Meine Aufgabe ist, das Verhalten des Hundes zu erklären und dadurch diesen Instinkt wieder zu wecken. Ich arbeite nicht nach einer bestimmten Methode. Es ist mir auch egal, ob jemand ein Halsband oder ein Brustgeschirr verwendet. Ich fasse die Hunde meiner Kunden in der Regel nicht an, sondern arbeite nur mit dem Menschen. Trotzdem kann es sein, dass die Tür aufgeht und der Hund hängt in meiner Hose. Anfangs wusste ich noch nicht, wie ich mein Wissen an andere Menschen weitergeben sollte. Um Erfahrungen zu sammeln, habe ich im Tierheim geholfen. Ich wollte lernen, mit schwierigen Hunden umzugehen. Irgendwann habe ich mich sicher genug gefühlt, um als Mensch- Hund-Therapeut zu arbeiten. Inzwischen sind meine Kunden über viele Länder verstreut, die meisten wohnen in Spanien und Deutschland.“

HAUPTSACHE ZUSAMMEN SEIN

„Das Wichtigste für jeden Hund ist die Beziehung zum Menschen, sie ist noch wichtiger als der Kontakt zu anderen Hunden. Selbst Straßenhunde leben vom Menschen. Sie plündern den Müll, anstatt auf die Jagd zu gehen. Es gibt hier in Spanien verwilderte Hunde, die Vieh töten. Aber anschließend wissen sie nicht, was zu tun ist. Wir haben aus einem wilden Tier, das eigenständig war, ein Tier gemacht, das ohne uns nicht mehr überleben kann. Ein Wolf ist verantwortlich für seine Familie, sein Territorium, seine Ernährung. Für den Hund sind wir Menschen verantwortlich. Wir geben ihm ein Territorium, wir sind seine Familie und wir ernähren ihn. Hunde wissen das. Das ist ihre Bestimmung. Sie wissen von Natur aus, dass der Mensch die Verantwortung für sie trägt. Die größte Quälerei für einen Hund ist, ihn ohne Menschen leben zu lassen.“

FÜHRUNG ÜBERNEHMEN

„Das Schlimmste für einen Hund ist, ihn freizulassen. Der Hund will nicht frei sein. Alles, was er will, ist, mit dem Menschen etwas zu unternehmen. Bei einem typischen Kunden hat der Hund komplett die Verantwortung übernommen. Der Hund bestimmt über ihn, über das Haus, über andere Hunde, über die Straße. Und ich muss immer wieder sagen: Hey, du musst eine Struktur vorgeben! Du bestimmst, wann gespielt, wann gefressen, wann Gassi gegangen und wann geschlafen wird. Erst durch diese Führung fühlt sich dein Hund sicher, respektiert und geliebt. Für viele Menschen hat der Begriff Führung einen negativen Beigeschmack. Aber die Natur ist nicht demokratisch, und Tiere sind nicht intellektuell veranlagt wie wir Menschen. Ich habe mit solchen Begriffen en daher kein Problem, weil ich ihre Bedeutung anders verstehe. Aber wenn man in der Öffentlichkeit steht so wie ich, muss man aufpassen, welche Wörter man wählt. Sonst wird man missverstanden und in eine bestimmte Schublade gesteckt.“



SPAZIEREN GEHEN

„Das Kommando über seinen Hund verliert man meist durch falsches Spazierengehen. Beim Gassigang muss der Mensch als Rudelführer vorauslaufen, der Hund folgt ihm – nicht umgekehrt, wie es in den meisten Fällen zu beobachten ist. Der Mensch bestimmt, wann und wo Pause gemacht wird und der Hund schnüffeln oder sein Geschäft verrichten darf. Ein Hund nimmt draußen zig Gerüche und Geräusche wahr, es bedeutet puren Stress für ihn, auch noch die Führung zu übernehmen und die Entscheidungen zu treffen. Er kann sich nicht entspannen. Es gibt keinen Grund, sich schlecht zu fühlen, wenn der Hund nicht frei laufen kann. Natürlich dürfen meine Hunde auch mal rennen, aber die meiste Zeit möchte ich doch, dass sie ruhig neben mir gehen, weil sie mir vertrauen. Viele Leute schaffen sich einen Hund an und haben keine Ahnung davon, was ein Hund wirklich braucht. Sie haben nur ein Liebesbedürfnis und sehen nicht wirklich, wie ein Hund ist.“

EIN RUDEL LEITEN

„Jeder Hund in meinem Rudel soll wissen: Ich habe Kumpel, die anderen Rudelmitglieder, aber mein Verantwortlicher ist José. Wenn möglich, nehme ich verschiedene Hunde mit, zum Beispiel Oscar, wenn ich mit einem Kunden essen gehe. Zum Reiten nehme ich Betty mit, zum Schwimmen gehe ich mit Filou. Alle verstehen das. Im Rudel müssen alle zueinander eine starke Beziehung haben, aber nicht so eine starke wie zu mir. Sie dürfen nie vergessen, dass der Verantwortliche ein Mensch ist. Wenn du ein Rudel hast, musst du Zeit haben und wissen, was zu tun ist. Ähnlich wie bei Kindern: Ein Kind weiß, dass es sich abends die Zähne putzen soll, und macht das auch. Aber wenn es einen Freund mit- bringt, spielen die beiden Nintendo. Dann herrscht eine andere Dynamik, das ist bei Hunden genauso. Manche Leute machen den Fehler und kaufen einen zweiten Hund, weil der erste nicht gern allein bleibt. Das geht nicht immer gut. Erst muss man das Problem an sich lösen.“

HUNDEHALTUNG

IN SPANIEN

„Was Tierhaltung betrifft, hat sich Spanien mittlerweile an andere europäische Länder angeglichen. Zwar etwas langsamer, aber wir sind auf einem guten Weg. Die meisten Leute hier auf Mallorca gehen sehr gut mit ihren Hunden um. In vielen Restaurants und Geschäften sind Hunde mittlerweile willkommen. Es gibt Hundestrände und Hundeparks, insbesondere Palma ist eine sehr hundefreundliche Stadt. Berichtet wird immer nur über die Missstände. Die gibt es natürlich auch, aber die meisten Hundehalter hier sind sehr normal. Und natürlich kümmern wir uns auch um Tierschutz. Die größte Hilfsorganisation für Galgos ist eine spanische. Dennoch hat sich ein Teil von Spanien nicht entwickelt. Wenn man in Spanien ein Haus kauft, kann es sein, dass im Haus rechts und links Kettenhunde gehalten werden. Aber das heißt nicht, dass das ganze Volk so ist. Und man darf nicht vergessen: Ignoranz ist etwas Doofes, nichts Böses.“

 

SICH EINFÜHLEN

 

„Ich mag das Wort Erziehung nicht. Wenn dein Mann die Zahnpastatube o en lässt, dann erziehst du ihn ja nicht dazu, die Tube zu schließen. Du erklärst so liebevoll wie möglich, dass es dich stört. Wenn du einen Welpen hast, musst du ihm Verschiedenes beibringen. Doch erst einmal musst du erkennen, was der Hund im Moment aufnehmen oder leisten kann. Du musst verstehen, wie klein oder groß Lernschritte sein können. Durch diesen Respekt und die Empathie, die du dem Hund entgegen- bringst, entsteht eine Beziehung und der Mensch wächst mit dem Hund zusammen. Wenn ein Hund dir das Leben schwer- macht, dann deshalb, weil du ein Problem mit seinem Dasein als Hund hast, weil du seine Bedürfnisse nach Struktur und Sicherheit nicht erfüllst. Dann kippt die Beziehung. Der Hund ist nicht ungehorsam, weil du blöd bist oder einen schlechten Trainer hast. Er ist ungehorsam, weil er eine schlechte Beziehung zu dir hat.“

 

GENIESSEN

 

„Wenn wir tolle Autos haben, ein Haus, Essen im Kühlschrank und Geld auf dem Konto, vergessen wir, was Leben eigentlich ist. Leben ist auch überleben. Das bedeutet, jeden Tag zu genießen, das Leben zu feiern, sich zu freuen, wenn es etwas zum Essen gibt, es nicht als selbstverständlich anzusehen, einen warmen Schlafplatz zu haben. Mit Hunden genießen wir die ein- fachen Dinge, die wir im Alltag meistens gar nicht mehr wahrnehmen, die Sonne, den Wind, die Gerüche, die Entspannung. Menschen in Deutschland sind immer so hektisch, arbeiten, essen, telefonieren, am liebsten alles gleichzeitig. Wie wäre es, auch ein bisschen von südländischen Ländern zu lernen? Schön zu Mittag essen, ein wenig ausruhen nach dem Essen ... Hunde leben im Moment, sie genießen ihn mehr als wir. Das können wir von unseren Hunden wieder lernen, das macht uns Hundebesitzer zu besseren Menschen.“

FAMILIE

„Manchmal ist zu lesen, es gäbe keine Dominanz unter Hunden oder Wölfen, ein Rudel sei ein Familienverband. Aber das ist doch das Gleiche! Und es ist nichts Schlechtes. Es gibt eine Rangordnung unter Wölfen, unter Hunden und in der Familie: Papa, Mama, großer Bruder, kleiner Bruder, das ist Rangordnung. Wenn eine Mutter zum Kind sagt: Lass die Schokolade!, dann drückt das eine liebevolle, dominante Haltung aus. Man muss dasselbe mit anderen Begriffen erklären, damit die Menschen offen bleiben. Das habe ich in meinem ersten Buch intensiv erklärt.“

José Arce

 

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HUNDEWELT MAGAZIN

 

JOSÉ ARCE ist Hund-Mensch-Therapeut. Er stellt die Verbindung zwischen Mensch und Hund wieder her. Er sieht seine Aufgabe darin, Türen zu einem besseren Miteinander zu öffnen und einen entspannten und friedvollen Alltag mit dem geliebten Haustier zu ermöglichen. Der Weg zu einer echten Beziehung zum Hund führt für ihn über die Instinkte – die des Hundes, aber auch die des Menschen. 

Spielen

Ballspielen z.B. ist herrlich. Aber man muss es richtig machen.

Viele Menschen werfen Bälle, weil sie glauben, dass es ihren Hund glücklich macht und er danach richtig müde ist. Aber man sollte vorsichtig sein, oftmals regen sie den Hund nur unnötig auf, und wenn man nicht aufpasst, hat man schnell einen Ball-Junkie. Was man spielt, ist eigentlich egal. Ich zum Beispiel liebe es, einfach mit meinen Hunden herumzutoben und genieße den Körperkontakt, den wir dabei ganz automatisch haben. Man sollte Spielen nicht als Mittel benutzen, um den Hund müde zu machen. Ein Spiel muss ein Spiel sein und darf nichts anderes ersetzen. Es muss für beide immer als solches erkennbar sein. Und dazu gehört auch, dass es zeitlich begrenzt ist. Das ist sogar besonders wichtig. Es mag hart klingen, aber wir respektieren die Natur unserer Hunde nicht, wenn wir erwarten, dass sie nach dem Spielen müde sind. Sie sind dann nämlich nur körperlich müde, nicht müde im Kopf. Äußerlich mögen sie erschöpft sein, innerlich aber sind sie aufgeregt. Unsere Hunde brauchen nicht nur eine Arbeit, um müde zu werden. Sie brauchen auch eine Aufgabe, die sie geistig fordert. 

José Arce 



 

 

Your dog Magazin

WAS HUNDE WIRKLICH BRAUCHEN

Das Wichtigste für jeden Hund ist die Beziehung zum Menschen, 

sie ist noch wichtiger als der Kontakt zu anderen Hunden. Selbst Straßenhunde leben vom Menschen. Sie plündern den Müll, anstatt auf die Jagd zu gehen. Für den Hund sind wir Menschen verantwortlich. Wir geben ihm ein Territorium, wir sind seine Familie und wir ernähren ihn. Hunde wissen das. Das ist ihre Bestimmung. Sie wissen von Natur aus, dass der Mensch die Verantwortung für sie trägt. Die größte Quälerei für einen Hund ist, ihn ohne Menschen leben zu lassen. 

Text: José Arce 

Wir behandeln unsere Hunde manchmal wie Menschen, sie sind schließlich ein Familienmitglied. Aber sobald wir vergessen, dass es Hunde sind, sind Probleme schnell an der Tagesordnung. Im Umgang mit unseren Hunden würde vieles besser laufen, wenn wir mehr unseren Instinkten folgen würden. Indem wir zu unseren eigenen Wurzeln zurückkehren, fällt es uns leichter, den Hund als Teil dieser Natur zu sehen und einen artgerech- 

„Ein Hund will bei seinem 

Menschen sein und etwas mit ihm unternehmen. 

Eineinsamer Hund ist ein verlorener Hund“ 

ten Zugang zu ihm zu finden. Der Lohn dafür ist ein harmonisches Miteinander. 

Über die Instinkte finden wir einen anderen Zugang zur Natur und kommen dadurch nicht nur unseren Hunden, sondern auch uns selbst näher. Und dann wird man mit seinem Vierbeiner zu dem eingeschworenen Team, von dem die meisten Hundehalter träumen, wenn sie sich 

das Leben mit Hund vorstellen. Damit diese Idee Wirklichkeit wird, muss man jedoch erst einmal wissen, wie Hunde ticken. Denn auch wenn die Hunde uns in vielen Dingen sehr ähnlich sind, dürfen wir nicht einfach unsere eigenen Wünsche auf sie projizieren und erwarten, dass sie reagieren, wie ein Mensch es tun würde. Weil Hunde uns in vielen Dingen so ähnlich zu sein scheinen, machen wir häufig den Fehler, ihr Verhalten nach unseren menschlichen Kriterien zu bewerten und dadurch falsch zu interpretieren. Aber unsere Hunde bekommen von unserer Welt viel mehr mit, als wir denken. Mit der Nase erschnuppert der Hund, was um ihn herum passiert. Während wir zum Beispiel sehen, dass es nachts gefroren hat, riecht der Hund das. Oder wenn wir z.B. in ein Café gehen. Die meisten von uns schauen sich erst einmal um. Gibt es irgendwo einen freien Platz? Kennt man jemanden? Ein Hund dagegen geht immer auf die gleiche Weise in ein Café: mit der Nase. Wer saß vor uns am Tisch? Wer sitzt neben uns? War vielleicht ein anderer Hund in der Nähe? Genauso registrieren Hunde über mikroskopisch winzige Duftmoleküle, wie sich die Lebewesen in ihrem Umfeld fühlen. 

 

„Belohnung ist jeder Moment, den wir zusammen verbringen“


Aber nicht nur durch den Geruch erfährt der Hund alles Wichtige über sein Gegenüber. Auch mit den Augen nimmt er wahr, wie sich andere Hunde geben. Die Ohren spielen dagegen schon fast eine untergeordnete Rolle. Das bedeutet aber nicht, dass der Hörsinn zu vernachlässigen wäre. Wenn Hunde schlafen, werden sie vom kleinsten Geräusch geweckt. Im Gegensatz zu den meisten Menschen verfügen Hunde über die Fähigkeit, all diese Signale auf einmal wahrzunehmen und zu interpretieren. Sie riechen, welche biochemischen Prozesse sich gerade in einem Körper abspielen und erhalten dadurch eine äußerst genaue Analyse der Stimmungslage. Zugleich registrieren sie jede Bewegung, jede Gestik und Mimik und hören dabei auch noch, was um sie herum geschieht. 

Erkenne, respektiere und liebe deinen Hund 

Ihr Hund erkundet jeden Tag aufs Neue die Welt mit Ihnen, er musste »arbeiten« und hat gefressen. Danach ist Zeit für ein Nickerchen. Unsere Hunde brauchen Ruhephasen. Momente der Ruhe sind für die Bindung genau- so wichtig wie Spazierengehen oder andere gemeinsam verbrachte Zeit. Hunde sind aktive Tiere. Deshalb fällt es ihnen oft sehr schwer, sich von selbst eine Auszeit zu nehmen und zurückzuziehen. Ruhe ist für einen Hund wichtig für seine Ausgeglichenheit. Für Ihren Hund ist es wichtig, dass Sie Ihr Leben mit ihm teilen, aber er braucht, wie Sie, auch einen Platz, an den er sich zurück- ziehen kann. Sein Platz ist für Ihren Hund das Zeichen für Ruhe und somit ein extrem wichtiges Hilfsmittel, da- mit er besser zur Ruhe findet. Schon damit haben Sie ihm das Gefühl gegeben, dass sein Platz ein Ort ist, an dem er sich uneingeschränkt wohlfühlen kann und mit dem er Ruhe und Sicherheit verbindet. 

Hat Ihr Hund verstanden, wo sein Platz ist und dass er dort Ruhe und Sicherheit findet, wird er sich, wenn er eine Auszeit braucht, immer öfter von allein dorthin zurückziehen. Er ist schließlich nicht dumm und weiß, was ihm guttut. Freuen Sie sich, dass er gelernt hat, sich selbst zu regulieren. Wenn Ihr Hund zur Ruhe kommt, fällt jegliche Anspannung von ihm ab. Umso wichtiger ist es aber auch, dass Sie und alle anderen Familienmitglieder in so einem Moment seinen Wunsch nach Ruhe respektieren und ihn nicht stören. 

Richtiges Spazierengehen ist der Schlüssel zu einem besseren Miteinander von Mensch und Hund 

Die Verbindung zu seinem Hund verliert man meist durch falsches Spazierengehen. Beim Spazierengehen muss der Mensch die Verantwortung tragen. Ein Hund nimmt draußen zig Gerüche und Geräusche wahr, es bedeutet puren Stress für ihn, auch noch die Verantwortung für seinen Menschen zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Er kann sich nicht entspannen. Es gibt keinen Grund, sich schlecht zu fühlen, wenn der Hund nicht frei laufen kann. Natürlich dürfen meine Hunde auch mal rennen, aber die meiste Zeit möchte ich doch, dass sie ruhig neben mir gehen, weil sie mir vertrauen. 

Mithilfe meines strukturierten Spaziergangs erhält der Hund eine Aufgabe und falls der Mensch die Kontrolle über seinen Hund verloren haben sollte, erlangt er so recht bald wieder die Kontrolle und der Hund ist glücklich, weil er die Verantwortung an den Menschen abgeben darf. Dadurch entschärfen sich übrigens auch mögliche Konflikte mit anderen Hunden. Weil der Hund dann nicht ständig die Lage checken und für die Sicher- heit seines Menschen sorgen muss, kann er Artgenossen entspannt gegenübertreten. 

Solange er die Verantwortung übernehmen „muss“, ist das häufig nicht der Fall, denn dann entscheidet der Hund selbst, wie er sich dem anderen gegenüber präsentieren möchte. Ich bin davon überzeugt, dass es damit unserem Hund gut geht und damit wir keine Schwierigkeiten in unserer Beziehung zu unseren Hunden haben, damit der Hund sich wohl fühlt und es dann natürlich auch den Menschen gut geht, dass der Schlüssel zu dieser guten Beziehung der Mensch ist. Ich leide immer, wenn ich höre, dass ein Hund verurteilt wurde, weil er aggressiv geworden ist, und weggesperrt wird. Es ist aber eigentlich die Schuld des Menschen, dass der Hund so geworden ist. Das klingt ja sehr logisch und jeder wird mir sagen, dass er das versteht, aber meine tägliche Erfahrung in der Arbeit ist, dass leider viele Menschen nicht verstehen, wie wichtig es ist, dem Hund Ruhe, Sicherheit und Struktur zu geben. 



HundeWelt Magazin

Strukturiert

spazieren gehen 

 

 

Hunde sind keine Einzelgänger, die neben uns her leben und dabei einfach nur die Annehmlichkeiten genießen, die wir ihnen bieten, wie Futter, einen warmen Schlafplatz und hin und wieder ein paar Streicheleinheiten. Sie wollen ein Teil unserer Familie sein. Und deshalb wünschen sie sich nichts mehr, als dass wir unseren Alltag mit ihnen teilen. Ihr Hund will spüren, dass er zu Ihnen gehört. Am liebsten würde er Sie daher überallhin begleiten. Beim Spazierengehen lernt Ihr Hund die Welt ganz nebenbei kennen und sieht, wie Sie leben. Der gemeinsame Spaziergang ist echte Quality-Time für die Mensch-Hund-Beziehung. Wann sonst hat man so regelmäßig eine gute Gelegenheit, dem Hund zu zeigen, dass man ihn sicher und vertrauensvoll »anführt«? Und wo sonst kann man so gut sehen, dass sich der Vierbeiner genau so verhält, wie man es sich von ihm wünscht. Natürlich ist es schön, wenn man einen Garten hat, in den der Hund zwischendurch mal kurz raus kann. Aber Gärten werden meiner Meinung nach total überbewertet. Ein Garten ist schließlich kein Beschäftigungsprogramm, egal wie groß er ist. Hunde wollen immer wieder neue Sachen entdecken und erleben. Das Wichtigste beim Gassigehen aber ist, dass Sie den Spaziergang klar strukturieren. Es gibt einen Teil, bei dem der Hund einfach nur brav neben Ihnen herläuft, und einen, bei dem er Pause machen darf. Und dann noch mal einen, bei dem er wieder neben Ihnen läuft. 

Die Dreiteilung entspricht den natürlichen Bedürfnissen und Instinkten eines Hundes. Es gibt Aufgaben wie Futter suchen oder das Revier erkunden. 

Und es gibt Phasen, in denen nichts zu erledigen ist und in denen man daher spielen oder sich ausruhen kann. Im Grunde bedeutet mein Spaziergang nichts anderes als Gassigehen mit Struktur. Wichtig ist aber, dass jeder Spaziergang aus diesen drei Teilen besteht. 

José Arce 

 

 

HundeWelt Magazin

Mensch & Hund 

 

Adoptiere ich einen Hund aus dem Tierschutz oder von einer Rettungsorganisation aus dem Ausland oder nehme ich lieber einen Welpen vom Züchter?“

Der Hunde-Mensch-Therapeut José Arce antwortet. 


Allein in Deutschland leben heute mehr als acht Millionen Hunde.

Nur die wenigsten von ihnen müssen noch jene Aufgaben übernehmen, für die sie einst gedacht waren. Die meisten Menschen haben ihnen eine ganz andere Aufgabe zugedacht: sie wünschen sich einen Freund und Begleiter, der treu an ihrer Seite steht. Sie wollen ein Lebewesen an ihrer Seite, mit dem sie sich austauschen können, das ihnen zuhört und, wenn auch ohne Worte, mit Ihnen kommuniziert. 

Sie sehnen sich danach, auch einmal ihre weiche, emotionale Seite zeigen zu dürfen, von der sie meinen, sie im modernen Alltag und vor allem im Berufsleben verstecken zu müssen. Sie wollen sich in unserer immer stärker technisierten Welt der Natur wieder stärker verbunden fühlen. All diese Träume projizieren sie auf ihren Hund. Er soll ihr Leben mit »Mehrwert« füllen und sie so zu glücklicheren Menschen machen. Hunde brauchen aber nicht nur regelmäßig Auslauf, gutes Futter und einen Platz zum schlafen. Sie brauchen auch nicht nur Liebe und Streicheleinheiten, auch wenn es an all dem natürlich nicht fehlen sollte. Vor allem aber brauchen sie eine Beziehung, in der sie sich sicher und geborgen fühlen. Wenn Sie sich für einen Rassewelpen entschieden haben, ist manches klarer. Bei diesen Hunden haben Züchter über Jahrzehnte, manchmal sogar bereits über Jahrhunderte selektiert und zielgerichtet immer nur mit jenen Tieren weitergezüchtet, die ihrem Ideal am nächsten kamen. Daher können Sie bei einem Rassehund mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit sicher sein, was er mitbringen wird – und zwar nicht nur was das Aussehen und die genetische Ausstattung betrifft. Auch sein Verhalten und sein Charakter lassen sich recht gut einschätzen. Das macht es leichter, wenn man weiß, wie man lebt und was man sich wünscht. Allerdings ist die Rasse allein noch keine Garantie für eine geglückte Mensch-Hund- Beziehung.

Die kann mit einem Tierheimhund aus Deutschland oder dem Ausland genauso gelingen. Allerdings weiß man eben in der Regel weniger genau, auf was man sich einlässt. Nicht immer ist klar, wer der Vater ist und welche Merkmale später einmal dominieren werden, wie groß der Hund einmal wird und welche Charaktereigenschaften er zeigen wird. Und wenn einer der Eltern schon ein Mischling ist, ist dementsprechend noch viel mehr möglich.

Umso wichtiger ist, dass man von Anfang an alles richtig macht. Egal ob Sie sich für eine bestimmte Rasse oder einen Mischling entscheiden, für eine Hündin oder einen Rüden, für einen Welpen vom Züchter, oder einen Hund aus dem Tierheim oder Ausland. Der Hund braucht Sie, er braucht, das er sich bei Ihnen sicher und geborgen fühlt und Teil Ihrer Familie ist. Er möchte Ihr Begleiter sein. Sie müssen ihm zeigen, wie unsere Menschenwelt funktioniert, damit er sich in Ihren Alltag integrieren kann.

Auf dem Bildern sehen Sie meine beiden adoptierten Mischlingswelpen Yin & Yan.“

HUNDEWELT JA/FEB 19

 



 

 

 

Mit oder ohne Leine

Die Leine ist ein hilfreiches Mittel, um eine Verbindung zwischen Hund und Mensch zu schaffen. Dementsprechend sollte man sie natürlich nicht dazu benutzen, den Hund zu maßregeln oder wie verrückt an ihr herumzureißen. Genauso wenig wie sie dazu da ist, sich an ihr festzuhalten und sich von seinem Hund durch die Gegend ziehen zu lassen. Viele Hundebesitzer befürchten, dass ihr Hund es ihnen übel nimmt, wenn sie ihn mitten im Spiel mit anderen Hunden zu sich rufen und anleinen. Sie sind auch der Meinung, dass die Leine dadurch für den Hund negativ belegt würde, weil sie ihn daran hindert, weiter vergnügt herumzuhüpfen. Ich finde, das ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie sehr wir unsere Hunde unbewusst vermenschlichen. Tatsächlich ist es nämlich so, dass wir selbst mit der Leine Unfreiheit assoziieren. Wenn die Mensch- Hund- Beziehung stimmt, macht es dem Hund aber überhaupt nichts aus, neben uns herzulaufen. Im Gegenteil, er genießt es sogar, weil es seiner Natur entspricht, uns zu folgen. Leine ja oder nein, ist für mich ehrlich gesagt gar kein Thema. Die meisten Hunde leben heute schließlich in einer Umgebung, in der sie zumindest zeitweise an der Leine gehen müssen. Deshalb plädiere ich dafür, jeden Vierbeiner von Anfang an mit ihr vertraut zu machen. Dann ist sie für ihn etwas ganz Natürliches. Leider jedoch hat die Leine ein ziemlich schlechtes Image. Viele Menschen denken, ein Hund fühle sich nur dann gut, wenn er frei neben ihnen herlaufen kann. Sie erkennen nicht, dass Leinenlosigkeit nicht automatisch auch Freiheit bedeutet. José Arce

 

 

José Arce und rät: „Gehen Sie strukturiert spazieren.“

 

DER HUND MAGAZIN

Jeder Hundehalter wünscht sich, harmonisch und stressfrei mit seinem Vierbeiner zusammenzuleben. Das klappt, wenn beiden klar ist, dass der Mensch in der Beziehung die Verantwortung trägt. 

Die gemeinsame Zeit draußen eignet sich besonders gut dafür, dem Hund das zu zeigen, weiß Experte José Arce und rät: „Gehen Sie strukturiert spazieren.“ 

 

Hat in der Mensch-Hund-Beziehung der Vierbeiner das Sagen, fällt das zu Hause oft nicht so stark auf. Denn in den eigenen vier Wänden hat er nicht unbedingt das Gefühl, ständig die Lage kontrollieren und auf alles aufpassen zu müssen. Wie sich der Hund während der Zeit draußen verhält, steht auf einem anderen Blatt. Solange er die Verantwortung übernehmen „muss“, entscheidet der Hund dort selbst, wie er sich anderen präsentieren möchte, denen Sie begegnen. Die täglichen Spaziergänge sind ein idealer Zeitpunkt, um klare Strukturen und Regeln einzuhalten und dem Vierbeiner so dabei zu helfen, seine natürliche Rolle zu finden und das Leben stress- frei zu genießen. Konflikte können sich so lösen lassen.

Die beste Zeit gemeinsam nutzen

José Arces Methode des strukturierten Spaziergangs lässt sich bei den unterschiedlichsten Hunden einsetzen, egal, wie alt sie sind, ob sie aus dem Tierschutz stammen oder vom Züchter in die Familie gekommen sind. Die Ziele dieser Art und Weise, mit dem Hund draußen bewusst Zeit zu verbringen, sind vielfältig: die Balance herstellen oder wiedererlangen, gemeinsam Spaß haben, sich selbst und seinen Hund glücklich machen und den Spaziergang als das verstehen, was er ist: die beste Zeit, die Sie mit Ihrem Hund verbringen. 

Sie geben ihm eine tolle Aufgabe, er darf Sie begleiten und Sie erleben zusammen die Welt. Der Hund ist glücklich, weil er Ihnen folgen und damit die Verantwortung an Sie abgeben darf. Dadurch können sich übrigens auch mögliche Konflikte mit anderen Hunden entschärfen. Da Ihr Vierbeiner nicht ständig die Lage checken und für Ihre Sicherheit sorgen muss, kann er Artgenossen entspannter gegenübertreten. 

Die Richtung klar vorgeben 

Vielleicht sind Sie zunächst erschrocken, als Sie den Begriff Struktur gelesen haben. Er ist schließlich für viele ähnlich negativ besetzt wie die Worte Anführer oder Disziplin. Dabei bedeutet die Methode lediglich, dass Sie den Spaziergang strukturieren, den Hund führen und ihm so klar die Richtung vorgeben. Für etwa 90 Prozent des Spaziergangs hat Ihr Hund eine Aufgabe. Er bleibt während dieser Zeit konzentriert bei Ihnen. Für die restlichen zehn Prozent hat er „frei“. In dieser Zeit geben Sie ihm die Möglichkeit, sich zu lösen, herumzuschnüffeln, zu spielen, sich auszuruhen oder andere Hunde zu treffen. 

Auf Folgendes sollten Sie dabei achten: Je mehr Probleme Sie haben, desto mehr Struktur sollten Sie Ihrem Vierbeiner geben. Das bedeutet im Umkehrschluss natürlich auch, dass Sie ihm weniger Struktur geben müssen, wenn Sie weniger Probleme haben. Wie viel nötig ist, unter- scheidet sich je nach Hund. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl, um Ihre individuell passende Mischung zu bestimmen. 

Strukturiert spazieren gehen: ein Beispiel Ganz praktisch könnte ein derartiger strukturierter Spaziergang folgendermaßen aussehen: Sie verlassen das Haus oder steigen aus dem Auto und führen Ihren Hund erst einmal 15 Minuten lang mit oder ohne Leine bei sich. Achten Sie darauf, dass der Vierbeiner in dieser Zeit nichts auf eigene Faust unternimmt. Er soll keine anderen Hunde begrüßen, es sei denn, Sie wollen das auch – beziehungsweise Sie möchten sich mit deren Frauchen oder Herrchen unterhalten. Ihr Hund soll während dieser Zeit auch nicht rennen, hüpfen, spielen ... Kurzum: In dieser Viertelstunde hat der Hund keine andere Aufgabe, als Ihnen zu folgen und neben Ihnen herzulaufen. Und genau dabei arbeitet er. In seinem Kopf ist diese für uns scheinbar doch simple Sache nämlich natürliche Arbeit – Arbeit nach seinem natürlichen Instinkt. 

Sobald die 15 Minuten verstrichen sind, bleiben Sie an einem schönen Plätzchen stehen oder setzen sich hin. Der Instinkt des Hundes sagt ihm, dass jetzt die Zeit gekommen ist, all das zu tun, wofür vorher keine Zeit war, weil er ja arbeiten musste. Jetzt kann er herumschnuppern, sein Geschäft erledigen, sich hinlegen oder spielen. Und was machen Sie solange? Sie können ihn beobachten, die Ruhe in der Natur oder an schönen Tagen einfach die Strahlen der Sonne genießen. 

Nach fünf Minuten rufen Sie Ihren Hund dann zu sich und gehen Seite an Seite so zurück, wie Sie gekommen sind. Das Ganze machen Sie am besten dreimal täglich. Natürlich können Sie diese Art des Spaziergangs beliebig ausdehnen. Ich selbst bin oft viele Stunden mit meinen Hunden unterwegs. Wichtig ist aber auch dann, dass sich Phasen des Geführtwerdens mit Phasen abwechseln, in denen der Hund selbstständig die Umgebung erkunden kann – wobei erstere überwiegen sollten. 


ZUM WEITERLESEN 

Sein Wissen über Hunde und Tipps dazu, wie es Hundehaltern gelingt, eine vertrauensvolle Beziehung zu Ihrem Vierbeiner aufzubauen und einen entspannten Umgang zu leben, gibt der mallorquinische Hundeexperte José Arce auch als Buchautor weiter: „José Arce’s Praxisbuch“„Meine 5 Geheimnisse für eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung“sowie „José Arce’s Welpenbuch“sind im Gräfe und Unzer Verlag erschienen. 

 

 

HundeWelt Magazin

Natürliche Instinkte wecken 

Es ist normal, dass wir unsere Hunde manchmal wie Menschen behandeln, sie sind schließlich ein Familienmitglied. Aber sobald wir vergessen, dass es Hunde sind, sind Probleme schnell die Tagesordnung. Im Umgang mit unseren Vierbeinern würde vieles besser laufen, wenn wir mehr unseren Instinkten folgen würden. Indem wir zu unseren eigenen Wurzeln zurückkehren, fällt es uns leichter, den Hund als Teil dieser Natur zu sehen und einen artgerechten Zugang zu ihm zu finden. Der Lohn dafür ist ein harmonisches Miteinander. Über die Instinkte finden wir einen anderen Zugang zur Natur und kommen dadurch nicht nur unseren Hunden, sondern auch uns selbst näher. 

Ein Hund lebt im Hier und Jetzt, er macht sich keinen Kopf darüber, was war. Er braucht kein Mitleid, sondern einen Besitzer, der ihm Ruhe und Sicherheit gibt. Damit er feste Regeln hat, an denen er sich orientieren kann. Damit er endlich jemandem folgen kann. Damit er ein souveräner, ausgeglichener und glücklicher Hund wird. Damit er der Hund sein kann, den Sie sich wünschen. Der Weg zum Hund ist ein innerer Weg, kein technischer. Wenn Hunde echte Partner sein sollen, müssen wir sie als das respektieren, was sie wirklich sind und ihr ureigenes Bedürfnis nach Sicherheit erfüllen. Erst dann können wir ihnen auch unsere Liebe schenken. 

José Arce 

 

https://www.hunde-welt.de 

 



 

 

9. VITA CHARITY GALA

 

* 9. VITA CHARITY GALA * in Wiesbaden
Auch in diesem Jahr wird der VITA-Award verliehen und ehrt damit fünf Preisträger, die sich seit Jahren in bedingungsloser Art und Weise für die gute Sache engagieren und den Verein unterstützen. Ich freue mich dabei zu sein.

DOG´S AVENUE

Silke Richter: 

Wie verändern Ihre Hunde Ihren Alltag und wie lernen Sie von ihnen?

José Arce

Meine Hunde sind ein wichtiger Teil meiner Familie und in meinen Alltag integriert. Sie spielen eine sehr wichtige Rolle für meine Arbeit, denn durch meine Hunde lerne ich jeden Tag aufs Neue, wie wichtig es ist, dass der Mensch seinem Hund Ruhe und Sicherheit gibt.

Welche Spiele und Beschäftigungen machen Sie mit Ihren Hunden am liebsten?

Ich genieße alles, was irgendwie etwas mit meinen Hunden zu tun hat. Wann immer es möglich ist, gehe ich mit ihnen spazieren oder in die Stadt, manchmal fahren wir auch einfach ans Meer oder sind einfach nur zusammen. Ehrlich gesagt, einfach alles, was mit meinen Hunden zu tun hat, macht mir Spaß. Dadurch, dass ich ein Rudel habe, ist es natürlich besonders wichtig, gemeinsame strukturierte Spaziergänge zu unternehmen. Meine Hunde geben mir jeden Tag aufs Neue das Gefühl, dass das Leben etwas Wunderschönes ist und dass man das Leben genießen soll. 

Wo schlafen Ihre Hunde? 

Bei dieser Frage muss ich zugeben, dass ich für meine Hunde ein Paradies erschaffen habe. Sie schlafen in einem Hundeschlafzimmer, wo jeder Hund sein eigenes Hundebett hat. Das Zimmer hat eine eigene Tür nach draußen, so dass die Hunde tagsüber oder auch nachts, wann immer sie wollen, rein oder raus können. In heißen Sommernächten lieben es meine Hunde, manchmal draußen zu schlafen und die Sterne zu beobachten. 

Jetzt mal ehrlich: Wenn Sie Verwandte, Bekannte und Freunde besuchen und der Hund ist dabei – wer wird zuerst begrüßt? 

Sie oder der Hund?

(lacht) Der Hund, und das ist gut so. 

Wann wird ein Hund in Ihren Augen vermenschlicht? 

Vermenschlichung beginnt für mich, wenn die Menschen ihre Gefühle und Wünsche auf den Hund projizieren mit der Erwartung, dass der Hund wie ein Mensch reagiert. 

Gibt es Promis, mit denen Sie befreundet sind, die Ihre Hunde besonders oder aber auch gar nicht mögen? Woran liegt das? 

Natürlich lieben alle meine Hunde ... und warum auch nicht? Ganz besonders erinnere ich mich gerne an den Besuch des verstorbenen Tamme Hanken bei mir, Tamme hatte eine besondere Beziehung zu meinen Doggen und das habe ich gespürt. 

Wie fühlen Sie sich, wenn Ihr Hund krank ist? 

In solchen Momenten leide ich besonders, denn meine Hunde sind für mich wie meine Familie und es ist besonders schlimm für mich, wenn ich dann vielleicht gerade unterwegs bin und nicht zu Hause bei meinem kranken Hund sein kann. Besonders wichtig ist mir, dass ich meine Hunde vor Krankheiten schütze! Darum sind meine Hunde alle auch unter anderem gegen die gefährliche Leishmaniose geimpft. 

Irgendwann kommt auch für jeden Hund der Tag X. Aus momentaner Sicht: Würden Sie sich wieder Hunde anschaffen? 

Seit meiner Kindheit habe ich erlebt, dass Hunde uns auch wieder verlassen. Jedes Mal, wenn ein Hund stirbt, stirbt auch ein Teil von mir. Aber ein Teil dieses Hundes lebt weiter in mir und in meinen Hunden. Ich könnte mir ein Leben ohne Hunde nicht vorstellen. 

Warum sind Sie Mensch-Hund-Therapeut geworden? 

Ich bin davon überzeugt, dass damit es unserem Hund gut geht, damit wir keine Schwierigkeiten in unserer Beziehung zu unseren Hunden haben, damit der Hund sich wohl fühlt und es dann natürlich auch den Menschen gut geht, dass der Schlüssel zu dieser guten Beziehung der Mensch ist. Ich leide immer, wenn ich höre, dass ein Hund verurteilt wurde, weil er aggressiv geworden ist, und weggesperrt wird. Es ist aber eigentlich die Schuld des Menschen, dass der Hund so geworden ist. Das klingt ja sehr logisch und jeder wird mir sagen, dass er das versteht, aber meine tägliche Erfahrung in der Arbeit ist, dass leider viele Menschen nicht verstehen, wie wichtig es ist, dem Hund Ruhe Sicherheit und Struktur zu geben. 

Welche Form von Kommunikation bevorzugen Sie persönlich, um mit Hunden „ins Gespräch“ zu kommen? Verbal, Emotional, Leine, Halsband, Geschirr ...? 

Meine Philosophie ist: Wenn sich ein Mensch normal verhält, dann kann er sich mit seinem Hund verständigen. Zwischen Mensch und Hund gibt es eine instinktive Beziehung, der Hund versteht uns und wir verstehen den Hund. Leider haben die Menschen viele Probleme und verlieren diese instinktive Beziehung. Um diese Kommunikation wiederherzustellen, ist es wichtig zu erkennen, was dem Menschen fehlt. Das ist der wichtigste Teil meiner Arbeit. 

Soll also heißen: Wenn Sie um Hilfe gebeten werden, helfen Sie erst dem Hundebesitzer, richtig? 

Ich setze mich mit den Menschen oder der Familie an einem Tisch und lasse mir in aller Ruhe erzählen, warum sie mich gerufen haben. In diesem Gespräch erfahre ich schon viel über die Menschen und beobachte nebenbei schon den oder die Hunde. Nach diesem Gespräch erkläre ich, warum es diese Probleme gab und was wir tun müssen, damit die Beziehung wieder stimmt. Danach gehe ich dann dazu über, den Menschen praktisch zu erklären, was er ändern muss. Oftmals weinen die Menschen dann, in dem Moment, in dem sie erkennen, was sie falsch gemacht haben. Und oftmals sind die Menschen auch einfach nur sehr erstaunt darüber, wie einfach die Lösung ist. 

Welche Menschen sollten Ihrer Meinung nach keinen Hund haben? 

Menschen, die nicht bereit sind, die Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen, und Menschen, die sich einen Hund anschaffen und dabei nur daran denken, was der Hund ihnen geben kann, aber nicht daran denken, was der Hund braucht. 

Unterstützen Sie Projekte für Hunde? 

Mein eigenes! Immer wenn ich Zeit habe, rette ich einen Hund, dem keiner mehr eine Chance geben möchte. Diesen Hund rehabilitiere ich dann bei mir und bereite ihn dann auf ein Leben bei neuen Besitzern vor. Wenn das nicht möglich ist, bekommt dieser Hund bei mir seinen Platz fürs Leben. 

Was gibt es Neues bei José Arce?

Ich bin sehr dankbar dafür, dass jedes Jahr immer mehr Menschen meine Workshops oder Seminare in Deutschland, der Schweiz oder in Österreich besuchen. Ende dieses Jahres plane ich nun, nachdem mich so viele Menschen darum gebeten haben, mein erstes Seminar für Profis und Laien auf Mallorca. In diesem Seminar erkläre ich in der wunderschönen Umgebung Mallorcas den Menschen meine Philosophie und Methode, für eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung. 

Silke Richter 

HUNDEREPORTER MAGAZIN

José Arce - Therapeut für Hund und Mensch 

Der Spanier ist ein „Brückenbauer“ der dem Menschen hilft, eine wahre Verbindung zu seinem Hund aufzubauen, indem er das eigentliche Problem erst einmal beim Zweibeiner aufspürt .. 

José Arce wurde in Palma de Mallorca geboren und lebte in seinem Elternhaus immer mit Hunden. So hatte er seit frühester Jugend Kontakt zu den Tieren und arbeitete schon als Kind mit auffälligen, dominanten, ängstlichen oder auch aggressiven Hunden, was ihn sehr geprägt hat. 

Heute ist José, der fließend spanisch, deutsch und englisch spricht, Mensch- Hund- Therapeut und lebt in der Inselmitte. Auf einem 8.500 m2 großem Gelände, fernab des touristischen Getümmels. dort hat er seinen Jugendtraum, ein leben mit und für Tiere zu führen, wahr gemacht. Nachdem José viele Jahre erfolgreich Menschen und Hunden geholfen hat, eröffnete er 2008 sein Reha Center auf Mallorca. 

José Arce deckt mit seiner Therapie Fehler, Missverständnisse und Traumata beim Menschen auf- und hilft so direkt dem Hund. er ist ein „Brückenbauer“ und kann zu Hunden eine wahre Verbindung aufbauen und so den Menschen erklären, wie ein Hund richtig zu verstehen ist. dabei zeigt die Therapie von José Arce den Weg zu einer fundierten Beziehung, welche zum Hund führt über die Instinkte des Hundes, aber auch über die des Menschen. dabei nutzt er auf intuitive Weise die ursprüngliche Form der Kommunikation zwischen Mensch und Hund. diese „sprachfrei“ Kommunikation kommt ohne unnötiges Beiwerk wie Futterbeloh- nungen oder harte Regeln aus. 2014 veröffentlichte er seinen erstes Ratgeber „Meine 5 Geheimnisse für eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung“ und im Februar 2016 folgte sein zweites Buch „José Arcés Praxisbuch“, im September 2017 erschien dann das dritte Buch, „José Arcés Welpenbuch“. 

José Arces Methode, der „Strukturierte Spaziergang“:die täglichen Spaziergänge sind ein idealer Zeitpunkt, um dem Hund zu zeigen, wer in der Beziehung die Verantwortung inne hat. Wer sich dabei an ein paar klare Strukturen und regeln hält, hilft seinem Vierbeiner dabei, in seine natürliche rolle zu finden und das leben stressfrei zu genießen. 

Richtig Spazierengehen ist der Schlüssel zu einem besseren Miteinander von Mensch und Hund. 

Mithilfe des strukturieren Spaziergangs erlangst du beim gemeinsamen Spaziergang recht bald die Kontrolle wieder. der Hund ist glücklich, weil er dir folgen und damit die Verantwortung an dich abgeben darf. dadurch entschärfen sich übrigens auch mögliche Konflikte mit anderen Hunden. Weil dein Vierbeiner nicht ständig die Lage checken und für deine Sicherheit sorgen muss, kann er Artgenossen entspannt gegenübertreten. Solange er die Führung übernehmen „muss“, ist das häufig nicht der Fall. denn dann entscheidet der Hund selbst, wie er sich dem anderen gegenüber präsentieren möchte. 

Josés Methodefür alle, die die Balance zwischen sich und ihrem Hund (wieder) herstellen wollen, lautet: Gehe strukturiert spazieren. Vielleicht erschreckst du jetzt, weil das Wort Struktur für viele von uns ähnlich negativ besetzt ist wie die Begriffe Anführer oder Disziplin. dabei bedeutet es doch nur, dass du den Spaziergang strukturierst, den Hund führst und ihm so klar die Richtung vorgibst. etwa 90 Prozent des Spaziergangs bleibt der Hund dabei konzentriert bei dir, die restlichen zehn Prozent hat er „frei“, kann sich lösen, herumschnüffeln, spielen, sich ausruhen, andere Hunde treffen ... je mehr Probleme du haben desto mehr Struktur solltest du geben. damit meint José natürlich auch, dass wenn du wenig Probleme hast, du auch weniger Struktur geben brauchst. Höre dazu auf dein Bauchgefühl. 

Ganz praktisch könnte ein derartiger strukturierter Spaziergang so aussehen: Du verlässt das Haus oder steigst aus dem Auto und führst deinen Hund erst einmal 15 Minuten mit oder ohne Leine. In dieser Zeit soll der Hund nichts auf eigene Faust unternehmen. Er soll keinen anderen Hund begrüßen, es sei denn, du willst das auch (beziehungsweise du willst dich mit dessen Frauchen oder Herrchen unterhalten), er soll nicht rennen, hüpfen, spielen ... Kurzum: in dieser Zeit hat der Hund nichts anderes zu tun, als dir zu folgen und neben dir herzulaufen und genau dabei arbeitet er. In seinem Kopf ist diese für uns scheinbar doch simple Sache nämlich natürliche Arbeit. Arbeit nach seinem natürlichen Instinkt. ist die Zeit um, bleibst du an einem schönen Plätzchen stehen oder setzt dich hin. der Instinkt des Hundes sagt ihm, dass jetzt die Zeit gekommen ist, all das zu tun, wofür vorher keine Zeit war, weil er ja arbeiten musste. Jetzt kann er herumschnuppern, sein Geschäft erledigen, sich hinlegen oder spielen, während du ihn beobachtest, die Ruhe genießt oder dich einfach ein wenig in der Sonne bräunst. Nach fünf Minuten rufst du deinen Hund dann zu dir und ihr geht Seite an Seite zurück. Und das Ganze machst du am besten dreimal am Tag. Natürlich kannst du diese Art des Spaziergangs beliebig ausdehnen. José selbst ist oft viele Stunden mit seinen Hunden unterwegs. Wichtig ist aber auch dann, dass sich Phasen des Geführtwerdens und solche, in denen der Hund selbstständig die Umgebung erkunden kann, ablösen – wobei erstere überwiegen sollten. 

Wie rasch sich Konflikte mit dem Hund allein dadurch in Luft auflösen, dass man beim Spazierengehen diese Struktur beachtet, erlebt José so gut wie jeden Tag mit seinen Kunden, unabhängig davon, dass der Hund sehr häufig vor allem draußen überhaupt erst Probleme macht. du kannst jedoch davon ausgehen, dass die Beziehung insgesamt nicht stimmt, wenn der Hund draußen „rebelliert“. Es ist zum Beispiel häufig nur so, dass es zu Hause nicht auffällt, dass der Hund das Sagen hat. In den eigenen vier Wänden hat er nicht das Gefühl, ständig die Lage kontrollieren und auf dich aufpassen zu müssen. José würde an dieser Stelle aber wetten, dass ein Hund, der draußen die „Hose anhat“, auch bellt, wenn es an der Tür läutet oder rabatz macht, wenn Besuch kommt, um nur ein paar Beispiele zu nennen. 

Ein Hund will bei seinem Menschen sein und etwas mit ihm unternehmen. Er will Teil der Familie sein. 

Auch einer seiner Kunden hat so einen Hund, der von der ganzen Familie heiß und innig geliebt wird, und der zu Hause absolut „unkompliziert“ ist. Sobald man aber mit ihm auf die Straße ging, gab es Probleme. Wenn ihm ein Fußgänger, Fahrradfahrer oder ein anderer Hund entgegenkam, drehte er völlig durch. Er bellte wie verrückt und stemmte sich so gegen die Leine, dass man ihn kaum halten konnte. Jeder Spazier- gang wurde zu einem Spießrutenlauf und die Leute schämten sich, weil es ihnen nicht gelang, ihren Hund zu bändigen. Der Vierbeiner entschied, ob er die Menschen und Hunde, denen er begegnete, mochte oder nicht, wo geschnüffelt, wo gepinkelt und wohin gegangen wurde. José erklärte den Leuten, wie wichtig es wäre, den Spaziergang von Anfang an zu führen und zu strukturieren und so dem Hund die Sicherheit zu geben, dass es die Menschen sind, die entscheiden. das beginnt nicht erst vor der Tür, sondern noch, bevor man das Haus oder die Wohnung überhaupt verlässt. Denn alles was mit Aufregung beginnt, wird mit Aufregung weitergehen und gerade beim Aufbruch herrscht oft heilloses durcheinander. Der Hund ist oft auf- geregt und der Mensch missversteht das als Zeichen dafür, dass er ganz dringend raus muss. Er versucht dann, die Sache möglichst schnell voranzutreiben und schaukelt durch die eigene Hektik die unruhige Stimmung noch weiter nach oben. Vermeintlich beschwichtigende Worte wie „Wir gehen ja gleich“, nützen da nicht viel, im Gegenteil. Der Hund versteht ihren Sinn nicht, sondern registriert nur den Tonfall, der kaum von Ruhe geprägt sein und daher auch kein Gefühl der Sicherheit vermitteln wird. Ein „echter“ Anführer würde nicht zulassen, dass Aufregung in seiner Gruppe herrscht, denn Aufregung bedeutet Stress. Es ist daher wichtig, dass man erst startet, wenn der Hund sich ruhig verhält und eine ruhige Position einge- nommen hat.“ - José Arce 

HundeWelt Magazin

Weil Hunde uns in vielen Dingen so ähnlich zu sein scheinen, machen wir häufig den Fehler, ihr Verhalten nach unseren menschlichen Kriterien zu bewerten und dadurch falsch zu interpretieren. Aber unsere Hunde bekommen von unserer Welt viel mehr mit als wir denken. Mit der Nase erschnuppert der Hund, was um ihn herum passiert. Während wir zum Beispiel sehen, dass es nachts gefroren hat, riecht der Hund das. Oder wenn wir z.B. in ein Café gehen. Die meisten von uns schauen sich erst einmal um. Gibt es irgendwo einen freien Platz? Kennt man jemanden? Ein Hund dagegen geht immer auf die gleiche Weise in ein Café: mit der Nase. Wer saß vor uns am Tisch? Wer sitzt neben uns? War vielleicht ein anderer Hund in der Nähe? Genauso registrieren Hunde über mikroskopisch winzige Duftmoleküle, wie sich die Lebewesen in ihrem Umfeld fühlen. Aber nicht nur durch den Geruch erfährt der Hund alles Wichtige über sein Gegenüber. Auch mit den Augen nimmt er wahr, wie sich andere Hunde geben. Die Ohren spielen dagegen schon fast eine untergeordnete Rolle. Das bedeutet aber nicht, dass der Hörsinn zu vernachlässigen wäre. Wenn Hunde schlafen, werden sie vom kleinsten Geräusch geweckt. Im Gegensatz zu den meisten Menschen verfü- gen Hunde über die Fähigkeit, all diese Signale auf einmal wahrzunehmen und zu interpretieren. Sie riechen, welche biochemischen Prozesse sich gerade in einem Körper abspielen und erhalten dadurch eine äußerst genaue Analyse der Stimmungslage. Zugleich registrieren sie jede Bewegung, jede Gestik und Mimik und hören dabei auch noch, was um sie herum geschieht. 

José Arce 

 

https://www.hunde-welt.de

 

 

ZDF-Fernsehgarten

"ZDF-Fernsehgarten on tour" - am 29. April 2018, 11.50 Uhr


In der dritten und letzten Ausgabe feiert der "ZDF-Fernsehgarten on tour" am Playa del Duque auf Teneriffa eine große Party mit heißen Rhythmen, viel Spiel und noch mehr Spaß.

Ein Service-Beitrag beschäftigt sich mit dem Thema "Reisen und Tiere".

Unter anderem zeigt der spanische Mensch- Hund- Therapeut José Arce, wie Hunde auf den Urlaub vorbereitet werden. 

https://www.zdf.de/show/zdf-fernsehgarten/fernsehgarten-on-tour-vom-29-april-2018-102.html

HUNDEWELT MAGAZIN

Ihr Hund erkundet jeden Tag aufs neue die Welt mit Ihnen, er musste »arbeiten« und hat gefressen. Da- nach ist Zeit für ein Nickerchen. Unsere Hunde brauchen Ruhephasen. Ein ausgewachsener Hund sollte über den Tag verteilt noch immer auf 16 bis 20 Stunden Schlaf kommen, damit es ihm gut geht. Momente der Ruhe sind für die Bindung genauso wichtig wie Spazierengehen oder andere gemeinsam verbrachte Zeit. Hunde sind aktive Tiere. Deshalb fällt es ihnen oft sehr schwer, sich von selbst eine Auszeit zu nehmen und zurückzuziehen. Ruhe ist für einen Hund wichtig für seine Ausgeglichenheit. Für Ihren Hund ist es wichtig, dass Sie Ihr Leben mit ihm teilen, aber er braucht, wie Sie, auch einen Platz, an den er sich zurückziehen kann. Sein Platz ist für Ihren Hund das Zeichen für Ruhe und somit ein extrem wichtiges Hilfsmittel, damit er besser zur Ruhe findet. Schon damit haben Sie ihm das Gefühl gegeben, dass sein Platz ein Ort ist, an dem er sich uneingeschränkt wohlfühlen kann und mit dem er Ruhe und Sicherheit verbindet. Hat Ihr Hund verstanden, wo sein Platz ist und dass er dort Ruhe und Sicherheit findet, wird er sich, wenn er eine Auszeit braucht, immer öfter von allein dorthin zurückziehen. Er ist schließlich nicht dumm und weiß, was ihm guttut. Freuen Sie sich, dass er gelernt hat, sich selbst zu regulieren. Wenn Ihr Hund zur Ruhe kommt, fällt jegliche Anspannung von ihm ab. Umso wichtiger ist es aber auch, dass Sie und alle anderen Familienmitglieder in so einem Moment seinen Wunsch nach Ruhe respektieren und ihn nicht stören. José Arce 



JOSÉ ARCE ist Hund-Mensch-Therapeut. Er stellt die Verbindung zwischen Mensch und Hund wieder her. 

Er sieht seine Aufgabe darin, Türen zu einem besseren Miteinander zu öffnen und einen entspannten und 

friedvollen Alltag mit dem geliebten Haustier zu ermöglichen. Der Weg zu einer echten Beziehung zum Hund führt für ihn über die Instinkte – die des Hundes, aber auch die des Menschen. 

 

 

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NDR "DAS" José Arce zu Gast auf dem roten Sofa

 

 

 

Einen Hund, der ruhig hinter einem geht, nicht bei jeder Gelegenheit bellt und auch nicht zu Hause die halbe Einrichtung zerstört, wenn er allein ist – welcher Hundebesitzer wünscht sich das nicht? In der Tat sind dies oft die größten Herausforderungen bei der Erziehung der vierbeinigen Lebenspartner. José Arce kann dabei helfen.

José Arce ist auf der Liste der  4 bekanntesten deutschen Hundetrainer auf Platz zwei.

1. Martin Rütter

2. José Arce

3. Maike Maja Nowak 

4. Mirko Tomassini

Er wird der "Hundeexperte von Mallorca" genannt und hat sich bei Fragen zu Bello, Rex und Co einen Ruf wie Donnerhall erarbeitet. In zahlreichen Büchern gibt er Ratschläge für eine gute Hund-Mensch Beziehung. Außerdem betreibt er ein eigenes Rehabilitationszentrum, in dem Problemhunde aus ganz Europa noch eine Chance bekommen. "Wir behandeln Pferde wie Pferde, Schafe wie Schafe, nur unsere Hunde wollen wir wie Menschen behandeln", sagt Arce. Es mangele oft am Verständnis für das Wesen eines Hundes.

Auf dem Roten Sofa wird José Arce uns die Bedürfnisse und das Wesen von Hunden genauer erklären und wertvolle Hinweise geben, wie das Spazierengehen oder das Alleine-zu-Hause-bleiben zukünftig besser klappt.

 

 

DER HUND MAGAZIN & JOSÉ ARCE, RICHTIG SPAZIEREN GEHEN

RICHTIG SPAZIEREN GEHEN

Für Ihren Welpen gibt es nichts Größeres, als gemeinsam mit Ihnen die Welt zu entdecken. Der Spaziergang ist eine gute Gelegenheit dazu, ihm zu zeigen, worauf es im gemeinsamen Alltag ankommt.

Fotos: Debra Bardowicks/Gräfe und Unzer Verlag

Text: José Arce

 

Für Ihren Welpen gibt es nichts Größeres, als gemeinsam mit Ihnen die Welt zu entdecken.
Der Spaziergang ist eine gute Gelegenheit dazu, ihm zu zeigen, worauf es im gemeinsamen Alltag ankommt.

Schon im Welpenalter will Ihr Hund spüren, dass er zu Ihnen gehört. Am liebsten würde er Sie daher überallhin begleiten. Das geht natürlich nicht immer, manchmal muss er auch allein zu Hause bleiben. Doch jetzt geht es erst mal um die gemeinsame Zeit. Sie wollten ja sicherlich auch deshalb einen Hund, um mit ihm zusammen zu sein, oder?

Entspanntes Miteinander

Ich denke, kein Hundebesitzer hat Lust, ununterbrochen in Habachtstellung unterwegs zu sein, dass seinem Hund nichts passiert – oder damit er nichts anstellt. Damit dieser Wunsch Wirklichkeit wird, muss man einem jungen Hund aber erst mal zeigen, wie unser Alltag funktioniert und was ihn außerhalb der eigenen vier Wände erwartet. Dass es draußen zum Beispiel Autos, Motor- und Fahrräder gibt, die mehr oder weniger Krach machen und stinken. Dass man beim Spazierengehen viele, viele Menschen sieht und auch viele andere Hunde. Und man muss ihm zeigen, wie er sich in diesen Situationen verhalten muss, damit das Zusammenleben für alle harmonisch verläuft.

Das klingt für Sie erst mal nach viel Arbeit? Keine Sorge, das meiste erledigt sich von ganz allein. Das „Zauberwort“ dazu lautet: Gassigehen. Beim Spazierengehen lernt Ihr Welpe die Welt ganz nebenbei kennen und sieht, wie (und wo) Sie leben. Sie können ihm unterwegs auf artgerechte Art so ziemlich alles beibringen, was er können muss. Allerdings nur, wenn Sie es richtig machen.

Diszipliniert Gassi gehen

Bei meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, dass Menschen das Gassigehen eher als notwendiges Übel ansehen: Der Hund muss halt ab und zu raus. Diese Einstellung kann ich überhaupt nicht teilen. Im Gegenteil! Der gemeinsame Spaziergang ist nämlich echte Quality-Time für die Mensch-Hund-Beziehung. Wann sonst hat man so regelmäßig eine gute Gelegenheit, dem Hund zu zeigen, dass man ihn sicher und vertrauensvoll „anführt“? Und wo sonst kann man so gut sehen, dass sich der Vierbeiner genauso verhält, wie man es sich von ihm wünscht? Natürlich ist es schön, wenn man einen Garten hat, in den der Welpe zwischendurch mal kurz raus kann. Aber Gärten werden meiner Meinung nach total überbewertet. Ein Garten ist schließlich kein Beschäftigungsprogramm, egal wie groß er ist. Welpen wollen zu immer wieder neue Sachen entdecken und erleben................. DER HUND APRIL 2018 

 

DER HUND MAGAZIN

DOGS

                                              

Zeitung Köthen

Köthen - Hunde sollten wie Hunde behandelt werden. Nicht wie Menschen. Das macht José Arce (http://www.jose-arce.com) bei seinen Seminaren immer wieder deutlich. Der „Mensch-Hund-Therapeut“ aus Mallorca ist weltweit unterwegs. Er vermittelt zwischen Hund und Herrchen.

Am Wochenende besuchte er die Köthener Ortsgruppe des Deutschen Doggen Clubs 1888. Sie veranstaltet immer mal wieder Seminare, lädt Hundetrainer ein. Die Hundebesitzer konnten José Arce ihre Probleme schildern, er beobachtete Hund und Herrchen bei einem Spaziergang und wertete die Probleme mit jedem einzelnen aus.

Wer ist das Problem?

Hundetrainer nennt er sich bewusst nicht, sondern Mensch-Hund-Therapeut. Aus einem einfachen Grund. Er stellt immer wieder fest, dass der Mensch das eigentliche Problem ist, wenn Hund und Herrchen sich nicht verstehen.

„Mein Traum war es immer, etwas mit Hunden zu machen“, sagt er. José Arce wuchs auf Mallorca auf. Hunde spielten in seinem Leben schon immer eine Rolle. Als Familienhunde. Über die Jahre entwickelte er ein besonderes Gespür für Mensch-Hund-Beziehungen. „Ich habe gemerkt, dass viele ihren Hund nicht verstehen“, sagt er. Und wollte das ändern.

Seminare und Bücher

Die Sprache des Hundes zu verstehen, darin liegt für ihn der Schlüssel zum Erfolg. Er bildete sich weiter. Aber nicht etwa bei Menschen, sondern bei Hunden. In einem Tierheim arbeitete José Arce mit Problemhunden. Mit Tieren, deren Besitzer so einiges falsch gemacht haben. „Die Hunde haben mir gezeigt, wie ich mit Hunden umgehen muss“, sagt er. In Seminaren und in seinen Büchern gibt er diese Erkenntnisse weiter.

Der Hundefreund aus Mallorca lernt auch von seinen eigenen Vierbeinern. Er hat ein Rudel aus sieben Hunden. Bei seiner Arbeit begegnet José Arce immer wieder Hunden und ihren Herrchen, deren Beziehung alles andere

als harmonisch ist. Er braucht nur wenige Momente, um das zu erkennen. Mal sind die Hunde aggressiv, mal die Herrchen verzweifelt.

Leben der Vierbeiner besser machen

Der Mensch-Hund-Therapeut konzentriert sich auf die Menschen. Sie müssen dem Hund ein Gefühl der Sicherheit geben. Das Gefühl, zu einem Rudel zu gehören.



José Arce liebt die Arbeit mit Hunden. „Ich kann mir ein Leben ohne Hunde nicht vorstellen“, sagt er. Er will das Leben der Vierbeiner besser machen und dazu beitragen, dass Hunde auch Hunde sein dürfen. (mz) 

DOGStoday

José Arce

Für mich sind meine Hunde wie meine Kinder. Wenn sie etwas falsch machen, zeige ich ihnen wie es richtig ist.“

José Arce nennt sich „Mensch-Hund-Therapeut“. Er hilft Privatpersonen, gibt Workshops für Hundetrainer und ist Autor. Infos: www.jose-arce.com



Wie lautet Ihr persönlicher Leitsatz in der Hundeerziehung? Erkenne, respektiere und liebe deinen Hund! Es gibt eine natürliche und instinktive Verbindung zwischen Mensch und Hund, man muss sie nur wiederfinden. Dabei helfe ich. Wenn man die Natur der Vierbeiner respektiert und sich selbst so verhält, wie die Hunde es von „ihrem“ Menschen erwarten, dann werden sie automatisch zu den ausgeglichenen, sicheren und ruhigen Tieren, die wir uns wünschen. Und nur dann wird man mit seinem Vierbeiner zu dem eingeschworenen Team, von dem die meisten Hundehalter träumen, wenn sie sich das Leben mit Hund vorstellen. Damit diese Idee Wirklichkeit wird, muss man jedoch erst einmal wissen, wie Hunde ticken. Denn auch wenn die Vierbeiner uns in vielen Dingen sehr ähnlich sind, dürfen wir nicht einfach unsere eigenen Wünsche auf sie projizieren und erwarten, dass sie reagieren, wie ein Mensch es tun würde.



Wir vermenschlichen die Hunde also ... Dieses Wort wird oft benutzt, aber kaum jemand versteht wirklich was damit gemeint ist. Für mich bedeutet die Vermenschlichung eines Hundes, dass der Mensch seine Bedürfnisse und Wünsche auf den Hund projiziert und dabei vergisst, dass er einen Hund vor sich hat. Doch als solchen muss er ihn respektieren und verstehen, dass er die Verantwortung für ihn übernommen hat.

Ich kann das Problem, das viele Menschen mit dieser Situation haben, durchaus nachvollziehen. Der Hund an sich ist ja bereits eine Vermenschlichung durch

Domestizierung, denn wir haben ihn erschaffen. Ich selbst liebe meine Hunde wie eigene Kinder – aber vergesse nie, dass sie Hunde sind.



Wie spiegelt sich das in Ihrer Arbeitsweise? Wie gesagt, für mich sind meine Hunde wie meine Kinder. Wenn sie etwas falsch machen, dann zeige ich ihnen wie es richtig

ist. Wenn ich meinen Hund rufe und er kommt, dann belohne ich ihn indem ich ihn streichle

oder mich einfach freue. Wenn er aber nicht kommt, dann bestrafe ich ihn nicht. Ich suche den Fehler bei mir, denn offenbar habe ich ihn falsch konditioniert. Da ist mir der Respekt gegenüber meinen Hunden sehr wichtig. Belohnung ist für mich, ebenso auch für meine Hunde, jeder Moment, den wir zusammen verbringen. Damit unsere Vierbeiner sich wohl fühlen, brauchen sie eine Gruppe, zu der sie gehören. Ein einsamer Hund ist ein verlorener Hund. Sie brauchen einen sicheren Menschen, dem sie bedingungslos folgen können, weil sie wissen, dass er die Verantwortung für sie trägt und immer in ihrem Sinn handelt. Sie brauchen Aufgaben, die sie nicht nur körperlich auspowern, sondern vor allem ihren Kopf fordern und genug Zeit zum Ausruhen. Und sie brauchen Menschen, die sie respektieren und so mit ihnen kommunizieren, dass sie sich auch verstehen. Das ist die beste Belohnung für einen Hund.



Welche Anregung möchten Sie Hundehaltern mit auf ihren Weg geben? Wenn ich spüre, dass meine Beziehung zu meinem Hund leidet, weil ich überfordert bin, dann ist es höchste Zeit, sich Hilfe zu holen. Es gibt keine schlechten Hunde! Zu Problemen kommt es, weil wir Menschen – meist unbeabsichtigt – etwas falsch machen und der Hund dann dementspre- chend darauf reagiert. Und wenn es dann irgendwann so weit ist, dass der Mensch innerlich aufgibt, dann merkt das der Hund natürlich auch. Jeder hat den perfekten Hund – man muss nur seine Augen und sein Herz aufmachen.


DOGStoday


Wochenblatt Landshut

 

Mallorcas Hunde-Guru besucht ́Roten Haufen ́


Zwölf Hundebesitzer bekamen ein Spitzentraining beim Seminar. Mit von der Partie war auch Maike Brunnermeier. Sie leitet die angeschlossene Hundeschule.

 

Das Schlimmste für den eigenen Vierbeiner ist, wenn ihm sein Herrchen das Gefühl gibt, er müsse für ihn die Verantwortung übernehmen – so lautete die Quintessenz von Jose Arce. Der Mallorquiner gehört zu den besten Hundetrainern weltweit. Davon konnten sich vor kurzem zwölf Hundebesitzer bei einem Zweitagesseminar, organisiert von der Landshuter Agility-Gruppe „Roter Haufen“ mit Sophie Bartsch und Peter Nonner, überzeugen.

"Erkenne, respektiere und liebe deinen Hund“ lautet das Credo von Jose Arce. Er versprach den Teilnehmern:

„Ich werde eure Hunde die ganzen zwei Tage kein einziges Mal anfassen“ – betonte Arce gleich zu Beginn. „Aber wie will er mir so den helfen? Manchen der Teilnehmer stand das Fragezeichen unübersehbar ins Gesicht geschrieben. Am Ende sollten sie schlauer sein.

Während viele Hundetrainer auch selbst einmal ins Geschehen mit eingreifen ist das für den Spanier keine Option. Warum auch – zwei Tage sind viel zu wenig Zeit die Hunde selbst zu therapieren. Deswegen geht Arce einen ganz anderen Weg. Am Tag eins hatte jeder der Hundeführer rund zehn Minuten Zeit sich, ihren Hund und die Probleme darzustellen. Arce machte sich dabei eifrig Notizen. Hi und da wollte er noch etwas wissen und fragte ganz gezielt nach. So ging der Vormittag zu Ende. Bereits jetzt schien der Hundetrainer

schon einen Plan für jeden Einzelnen im Hinterkopf zu haben...... aber raus mit der Sprache wollte er noch nicht.

Nach einer kurzen Mittagspause, machte sich die Gruppe zu einem gemeinsamen Spaziergang auf. Kaum zu glauben was Arce in den zwei Stunden alles beobachtet hat, obwohl er sich mit jedem der Teilnehmer intensiv beschäftigte. Mit dem Ende des gemeinsamen Ausfluges ging Tag eins zu Ende. Zumindest für die Teilnehmer. Der Hundetrainer selbst erarbeitete für jeden Einzelnen ein Konzept, wie er so manches Problem abstellen kann. „Mein Hund lässt sich an der Leine absolut nicht führen.“ „Meiner ist einmal von einem großen Artgenossen gebissen worden und seitdem aggressiv gegen alle Hunde.“ Meiner will unbedingt alle anderen Hunde maßregeln.“ Mein hat schon Menschen gebissen“ – es gab Hunde mit, Zitat Jose Arce, dicken Eiern obwohl kastriert, Hunde mit viel Unsicherheit usw. Da gilt es natürlich ein geeignetes „Gegenmittel“ zu finden. Doch es blieb spannend. Erst nach dem Morgenspaziergang tags darauf kam die Stunde der Wahrheit. Arce ist wirklich ein überaus sympathischer Zeitgenosse.

Doch wenn es um das wohl der Tiere geht, nimmt er kein Blatt vor dem Mund. Immer noch so nett, aber sehr bestimmt sagte er den Mensch-Hund- Teams wo der berühmte Hund begraben liegt. Dabei zieht er seine sonst so glatte Stirn in ein zahlenmäßig kaum für möglich zu haltendes Meer an Falten, der Blick wird stechend, der Hundeführer wird fixiert als wolle er seine Erkenntnisse direkt ins Gehirn des Gegenüber pflanzen. Am Ende ist wieder alles gut. Jose Arce freut sich. Eure Gruppe hat keine allzu großen Probleme. Ich komme in Gruppen, wo alles viel mehr im Argen liegt. Ihr scheint mit der örtlichen Hundeschule bei Maike sehr gut gearbeitet zu haben. Alle Hundehalter haben Hausaufgaben mitbekommen, die es nun gilt abzuarbeiten. Der Abschied fiel herzlich aus. Jose Arce ist als Fremder gekommen und als Freund gegangen.

Zur Person: José Arce wird gerne als "Der Hundeflüsterer von Mallorca“ bezeichnet.

Wobei ihm die Bezeichnung als Hundeflüsterer nicht wirklich gefällt.

Zwischen Hund und Halter besteht seit jeher eine natürliche Verbindung, eine wunderbare Freundschaft. Doch nicht immer ist die Beziehung so harmonisch, wie man es sich wünscht. José Arce öffnet Türen zu einem besseren Miteinander und ermöglicht einen entspannten und friedvollen Alltag mit dem geliebten Haustier.

Der Weg zu einer echten Beziehung zum Hund führt über die Instinkte über die des Hundes, aber auch über die des Menschen. José Arce nutzt auf intuitive Weise die ursprüngliche Form der Kommunikation zwischen Mensch und Hund. Der Schlüssel liegt für ihn in dem tiefen Verständnis für den Hund und der Fähigkeit, seine Sprache und Körperhaltung zu verstehen. José Arce hilft Frauchen und Herrchen, dieses Wissen auf die Kommunikation zwischen Mensch und Hund zu übertragen. Denn er weiß, wie Hunde ticken, vermeidet viele Missverständnisse. Nachdem die Basis gelegt ist, erläutert der Experte anhand von einfachen Geheimnissen seine Methode, eine innige Beziehung zwischen Mensch und Tier zu schaffen – und erklärt, wie man sie spielend einfach umsetzt. Mittlerweile berät José Arce einen internationalen Kundenstamm. Er ist der Experte für die perfekte Verbindung zwischen Mensch und Hund. José Arce hilft Hund und Mensch nicht nur auf Mallorca sondern auch gerne in Deutschland, Österreich der Schweiz, Luxemburg und überall.

José spricht fließend Deutsch und Englisch

Bild: Die zwölf Hundeführer waren begeistert vom José Arce (kniend 3. v.l.)

Herausgeber Herbert Zelzer






DEUTSCHE DOGGE 125 Jahre DDC 1888 e.V.28

DER „PROBLEMHUND“ - TEIL 2

Im Januar-Heft hatten wir gefragt: „Wann ist ein Hund ein Problemhund?“ Und einige Beispiele genannt, wie ein Hund tatsächlich zum Problem werden kann. Den Beitrag setzen wir in diesem Heft fort.

Wenn man Fernsehsendungen, Zeitungsannoncen, Websites und anderes dies-bezüglich betrachtet, gewinnt man den Eindruck, dass es sehr viele Problemhunde gibt, denn es wimmelt geradezu von Hundetrainern, Hundetherapeuten, Hundepsychologen, Hundeflüsterern, sogar eine Tiertelekommunikatorin (nein, kein Schreibfehler) gibt es, die den Besitzern telefonisch mitteilt, was deren Tiere denken, das Ganze für 200 Euro die Stunde.

Vielleicht wäre es keine schlechte Idee, zusätzlich zu den Hundeschulen auch Prä-Hund-Schulen einzuführen, damit sich Menschen, die sich einen Hund zulegen wollen, sowohl über die Erfordernisse bei der Hundehaltung allgemein als auch die Eigenschaften bestimmter Rassen informieren können. Vorbildlich sind die Paare/ Familien, die bereits eine Vorauswahl getroffen haben und sich dann verschiedene Rassen auf einer CACIB ansehen und bei den Hundebesitzern und Züchtern Fragen stellen. Wenn man sich so viel Zeit nimmt, um das nächste Auto oder die neue Couch auszusuchen, sollte man doch auch ein bisschen Zeit investieren, wenn es um den neuen Mitbewohner geht.

Idealerweise wird man in dem Rasseverband, für den man sich entschieden hat, Mitglied und profitiert so von dem Wissen und Können der Ausbilder. Wir im DDC haben so viele gut geschulte Übungswarte und Übungsleiter, wir haben den AEAS und wir haben auch viele Doggenhalter und Züchter, die nach 10, 20, 30 und mehr Jahren Erfahrung mit Doggen so einiges gesehen und erlebt haben. Wer immer also Hilfe wegen seiner Dogge benötigt, wird diese auch bekommen, und sofern er die-se Ratschläge dann AKTIV umsetzt (nicht nach dem Motto: „jetzt war ich schon bei soo vielen Hundespezialisten und keiner konnte meiner Dogge helfen…“), wird ihm auch geholfen werden!

Uns Doggenbesitzern fällt von all den Hundegurus im Internet einer ganz besonders auf, und zwar José Arce („es gibt keine Problemhunde – wenn ein Hund in festen Strukturen leben darf, ordnet er sich gerne unter und lässt sich gerne führen“), denn er arbeitet mit fünf Deutschen Doggen, die als Therapiehunde ausgebildet sind und ihm im Umgang mit dominanten, hyperaktiven oder aggressiven Hunden zur Seite stehen. Der geborene Mallorquiner hatte bereits als Kind ein Händchen für Hunde, immer

wieder wurde er von Freunden, Bekannten und auch völlig Fremden um Rat und Hilfe gebeten, bis er schließlich 2008 auf Mallorca ein Reha Zentrum für Hunde eröffnete. Für manch einen Hund ist dieses Reha-Zentrum die allerletzte Chance.

Um ihre Aggressionen abzubauen, bekommen diese Hunde zuerst ausreichend Bewegung, danach werden sie ins Doggen-Rudel integriert, sie lernen von den Doggen, sich wieder unterzuordnen, die Führung abzugeben, die sie übernehmen mussten, und wenn der Hund wieder be-ginnt, ein „normaler“ Hund zu werden, wird mit ihm gearbeitet, damit er das verloren gegangene Vertrauen in die Menschen wiederfinden kann.

Den Titel „Hunde-Trainer“ mag José nicht, denn er hält nichts davon, bestimmte Verhaltensweisen ab- bzw. anzutrainieren. Er analysiert zuerst den Menschen, danach den Hund, und fast immer liegt’s am Menschen. Wenn der Mensch gelernt hat, Verantwortung und Führung zu übernehmen, lösen sich die meisten unerwünschten Verhaltensweisen in Luft auf. Sein Leitsatz lautet: „Der Chef hat zwei Beine“ und er stellt drei Regeln auf für den Menschen im Umgang mit seinem Hund: „ERKENNE, RESPEKTIERE und LIEBE deinen Hund“.

José schreibt: „Wir behandeln Pferde wie Pferde, Schafe wie Schafe, nur unsere Hunde wollen wir wie Menschen behandeln“. Wenn der Mensch die Führungsposition übernimmt, fühlt der Hund sich sicher, geliebt und respektiert.

Bekannt wurde José Arce u.a. durch eine SAT 1 Dokumentation über eine Frau, die von ihrem Bullmastiff Mischling ins Gesicht gebissen wurde und die – Dank José Arce – heute wieder glücklich mit ihrem Hund zusammenlebt, sowie auch durch Peter Maffay, der seine Hilfe benötigte im Um-gang mit einem bissig gewordenen Hütehund. Inzwischen ist er nicht nur auf Mallorca bekannt, er fliegt regelmäßig zu Kunden in Deutschland, der Schweiz, Norwegen.

Sein Sekretär erzählt : „Da rufen Menschen an, die sind völlig verzweifelt, die fahren je-den Tag viele Kilometer, nur um eine Stelle zu finden, wo ihnen und ihrem Hund kein anderer Hund, kein Mensch begegnet“.

José Arce hat inzwischen 2 Bücher geschrieben, das erste trägt den Titel „Meine 5 Geheimnisse für eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung“ und fällt nicht nur durch wunderschöne Hundebilder (viele Auf-nahmen von Doggen) auf, sondern be-sticht auch durch eine sehr schöne, klare, schnörkellose Sprache. Jedes Thema ist in viele Segmente aufgeteilt und noch ein-mal unterteilt, der Inhalt kommt sozusagen häppchenweise rüber, ist dadurch leicht verständlich und einprägsam, vieles wird aus der Perspektive des Hundes geschildert.

Seine Bücher lesen sich sehr kurzweilig und laden zum Wiederlesen ein, zumal man permanent auf Textstellen trifft, die man meint, noch nicht gelesen zu haben. Dazu gibt es viele praktische Übungen, die auch für Hundehalter ohne Problemhund interessant sind wie z.B. das disziplinierte Gassigehen. Hört sich sooo einfach an, bis man es selbst einmal „just for fun“ ausprobiert...

Zusätzlich gibt José Arce Ratschläge, wie man seinen Hund während eines Spaziergangs beschäftigen kann, er erklärt, wie wichtig auch die geistige Beschäftigung für den Hund ist - sonst werden diese ein bisschen wie Kinder, die man regelmäßig vor den Fernseher setzt, damit sie aus dem Weg und beschäftigt sind – nämlich immer zappeliger. Auf seiner Homepage (www.jose-arce.com) schildert er einige typische Fehler von Hundehaltern und in seinem Blog (www.jose-arce-hunde-frage. blogspot.com.es gibt er verzweifelten Hundehaltern Ratschläge.

Ein Bericht von Gabriele Best-Ehret

WUFF HUNDEMAGAZIN

José Arce mag die Bezeichnung Hundetrainer für sich nicht, er bevorzugt daher „Hund-Mensch-Therapeut“. ­Damit will der mit seinen fünf Doggen auf Mallorca ­lebende Trainer und Buchautor aber nicht sagen, dass er psychische Krankheiten im klassischen Sinne heilt. ­Vielmehr versteht der 1974 geborene Spanier sich als ­Beziehungsberater. Denn für ihn gilt primär: Ist die ­Beziehung zwischen Hund und Halter in Ordnung, ist der Rest sekundär.

WUFF-Gassireporter Maximilian Pisacane traf den Buchautor und Hundeversteher José Arce zum Interview:


Pisacane: Eigentlich wolltest du doch nach deinem ersten Buch, wo es um Gefühle und Beziehungen geht, keinen Hunde­ratgeber schreiben. Was hat deine Meinung geändert?


Streng genommen ist es ja kein Ratgeber-, sondern ein Praxisbuch. Denn durch meine zahlreichen Lehrgänge konnte ich viele Mensch-Hunde-Teams kennen lernen. Dabei sind mir vor allem 2 Punkte aufgefallen, die auch in eurem GASSIREPORT immer wieder eine große Rolle spielen: 1) eine große Unwissenheit über Hunde und 2) zu wenige Empathie und Verständnis für das Hundewesen. Viele Menschen sind einfach zu ungeduldig im Umgang mit ihrem Hund. Statt dessen sollten sie die Zeit mit ihrem Hund und seine Instinkte mehr genießen.


So erkläre ich mir auch, warum so viele Menschen Probleme mit ihrem Hund haben. Denn streng genommen gibt es keine wirklichen Problemhunde! Das ist eine der seltsam-skurrilen Auswüchse derzeit in der Hundeszene. Und da ich nicht nachvollziehen kann, dass man sich über Hunde und ihr Wesen nicht informiert, wenn man einen hält, war also ein Buch die logische Konsequenz um mehr Informationen zu verbreiten.




Aber einige haben auch schwierige Hunde, eventuell mit eine schwierigen Vorgeschichte...


Ja, aber für mich sind Schwierigkeiten in erster Linie etwas Neues, was es zu erkunden und entdecken gilt. Das muss man also gar nicht so negativ sehen, eher neutraler, als einfach etwas, was man so noch nicht kennt. Und schon strahlt man mehr Ruhe aus. Das ist wegen der Stimmungsübertragung viel besser, als der Frust darüber, dass irgendwas nicht geklappt hat. Und nur weil sie scheitern oder mit sich unzufrieden sind, projizieren sie das auf ihre Hunde und deklarieren sie als Problemhunde. Das ist zwar menschlich, aber unfair.



In deinem Buch schreibst du, dass in jedem Hund ein Wolf steckt. Da würde dir aber so mancher Wissenschaftler widersprechen.


Ich schrieb das Buch auch nicht als wissenschaftliche Abhandlung, sondern für den Otto-Normal-Halter. Daher ging es mir hauptsächlich um Verständlichkeit und nicht um wissenschaftliche Genauigkeit. Ob im Chihuahua nun 2 Prozent, 1 Prozent oder 0,873 Prozent von den Genen noch vom Wolf sind und bei anderen Hunderassen mehr oder weniger ist sicherlich wissenschaftlich interessant, aber für meine Botschaft nicht so relevant. Wichtig bei dem bildlichen Vergleich war mir, dass der Hund von einem Raub- und Rudeltier abstammt und sich daraus gewisse Verhaltensweisen ableiten. So wie auch bei uns Menschen bei den Primaten.


Aber vermenschlichst du den Hund nicht an manchen Stellen?


Nein, nicht wirklich. Denn der Hund ist kein wildes Tier mehr. Er hat mit uns Menschen ja eine Koevolution mitgemacht. Und Domestizierung ist immer auch eine teilweise Vermenschlichung. Die Frage ist nur, welches Maß. Ich sage: Genieße den Hund wie einen Menschen, aber lass ihn Hund sein!



Wie meinst du das?


Nun ja, viele sind doch gefrustet, wenn ihr Hund nicht wie ein Mensch reagiert. Das ist sehr egoistisch, denn er kann doch gar nicht anders, als wie ein Hund zu agieren. Da ist es nicht verwunderlich, wenn sich der Frust dann gegenseitig hochschaukelt. Daher schaue ich mir immer an, was das für ein Mensch ist, was das für ein Hund ist, und vor allem: was das für eine Beziehung ist Denn wenn Hund und Mensch sich verstehen, dann ist das für mich eine gute Beziehung.


Demnach würdest du sagen, dass Beziehung vor Erziehung geht?


Eine gute Beziehung macht die Erziehung auf jeden Fall leichter. Allerdings würde ich das nicht so ganz strikt trennen, denn so manche Beziehungsarbeit erzieht auch und so manche Erziehung ist auch förderlich für die Beziehung. Dabei helfen einem Menschenverstand und Bauchgefühl!Viele Menschen machen sich einfach zu viele Gedanken, sind zu kopflastig bei der Sache, dabei ist es viel einfacher als viele denken. Daher sage ich immer: Erkenne, respektiere und liebe deinen Hund!


Respektiere die Natur des Hundes

 

Der spanische Hundeexperte José Arce lebt mit seinem Hunderudel auf der Baleareninsel Mallorca. Mit Sensibilität und Feingefühl geht er seit vielen Jahren seiner Berufung und seiner eigenen, unkonventionellen Methode im Umgang mit Hunden nach. Sein Credo: Respektiere die Natur des Hundes. Fritz&Anna-Autorin Sabina Pilguj führte das Interview.

Wer seinen Hund als solchen wahrnimmt, seine Bedürfnisse kennt und mit ihm artgerecht kommuniziert, sorgt für ein harmonisches Zusammenleben. Der Hundeexperte setzt zuerst beim Halter an, damit dieser lernt, sein Bauchgefühl für den Vierbeiner zu schulen und Verständnis für das Tier zu entwickeln, um so eine vertrauensvolle Bindung aufzubauen. „Wer erkennt, wie Hunde funktionieren, vermeidet viele Missverständnisse“, so der Spanier. In seinem neuen Buch „José Arces Praxisbuch“ wird anschaulich erklärt, wie einfach Hundeerziehung und das vertrauensvolle Miteinander sein kann. Es werden bebilderte Übungen vorgestellt, die Schritt für Schritt die Umsetzung in der Praxis erklären. Neben dem erfolgreichen und souveränen Meistern normaler Alltagssituationen mit dem Hund geht es aber auch darum, Unarten gelingend zu korrigieren. Viele wunderschöne Bilder und Eindrücke von José Arce mit seinen Hunden runden das Werk ab und wecken die Sehnsucht nach einer harmonischen Verbindung zum eigenen Hund. Der Spanier mit dem großen Herz für Hunde betreut in seinem Zentrum unter anderem auch verhaltensauffällige Hunde, die durch seine einfühlsame Anleitung eine Resozialisierung erfahren können

Sie sind erfolgreicher Hundeexperte, leidenschaftlicher Blogger sowie Autor von Büchern und betreuen einen internationalen Kundenstamm. Wie erklären Sie sich aktuell diesen José-Arce-Boom?

Die Menschen verstehen, dass ich ihnen einfach nur die Augen öffnen möchte. Meine Methode ist nichts Kompliziertes oder Unverständliches, im Gegenteil: Es ist sehr einfach und steckt in jedem von uns. Es gibt eine natürliche und instinktive Verbindung zwischen Mensch und Hund, man muss sie nur wiederfinden. Ich möchte helfen, dass jeder Mensch das erkennt und so eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung für alle möglich ist. Mich interessieren Menschen und Tiere, dabei bin ich ehrlich: Auch ich mache Fehler. Ich bin einfach nur ein Mensch, der anderen Menschen helfen möchte. 

Wie baue ich eine richtig gute Beziehung zu einem Hund auf?

Sehr einfach: „Erkenne, respektiere und liebe deinen Hund“, in genau dieser Reihenfolge. 

Erklären Sie uns Ihre Aussage „Hundeerziehung beginnt immer bei uns selbst. In unserem Kopf, in unserem Herzen. In unserem Bauch.“

Damit meine ich, dass wir bei uns selber anfangen müssen. Uns erkennen, Ruhe finden und uns selber sicher fühlen. Das sind die Voraussetzungen, die wir brauchen, um zurückzufinden zu unseren eigenen Instinkten. Nur so können wir dann artgerecht mit unserem Hund kommunizieren.

Warum gibt es Ihrer Meinung nach in Deutschland so viele „Problemhunde“? Wo liegt das Problem?

Deutschland ist ein Land mit viel Hundekultur. Den meisten Hunden geht es gut. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Problemhunde gibt. Meiner Meinung nach liegt das – so wie in vielen anderen hoch entwickelten Ländern – daran, weil viele Menschen ihre Wünsche auf den Hund projizieren, ohne ihn dabei zu erkennen. Es ist so normal geworden, einen Hund zu haben und ihn zu lieben, dass die meisten Menschen versagen, wenn es dann ein Problem gibt. Für viele Menschen bedeutet Erziehung leider dasselbe wie Strafe, und dadurch entstehen dann die meisten Schwierigkeiten. Ein weiteres Problem in Deutschland ist, wenn Hunde mit einer schlechten Vergangenheit aus dem Ausland an Menschen vermittelt werden, die nicht darauf vorbereitet sind, mit diesen Hunden umzugehen.

Sie sehen den Besuch einer Hundespielwiese eher kritisch. Warum?

Unsere Hunde brauchen nicht nur Bewegung, um müde zu werden; sie brauchen auch eine Aufgabe, die sie geistig fordert. Bei Tieren, denen diese vorenthalten wird, muss ich immer ein bisschen an Kinder denken, die von ihren Eltern vor den Fernseher gesetzt werden, damit die ihre Ruhe haben. Dass der Nachwuchs danach umso zappeliger und unausgeglichener ist, scheint ihnen nicht aufzufallen. Die meisten Menschen benutzen die Hundeplätze leider falsch. Es sollte ein Ort sein, an dem Menschen Zeit mit ihren Hunden verbringen und genügend Platz dafür haben, und auch um anderen Menschen mit ihren Hunden zu begegnen. Das Problem ist, dass jeder Hundebesitzer seine eigene Idee hat, wozu dieser Platz gedacht ist. Dadurch kommt es dann häufig zu Schwierigkeiten. Manche Menschen haben z. B. ein schlechtes Gewissen, weil sie zu wenig Zeit für die täglichen Runden mit dem Hund haben, oder auch wegen anderer Defizite wie z. B., dass ihr Hund stark an der Leine zieht oder dass sie ihn – im schlimmsten Fall – oft und lange zu Hause allein lassen. Dann versuchen sie das durch den Auslauf auf der Hundespielwiese zu kompensieren. Eigentlich ist dieser Platz dafür gedacht, Spaß zu haben, und nicht, um diese Probleme zu lösen. Viele Menschen sind auch der Meinung, ihr Hund müsse immer mit anderen Hunden spielen. Diese Menschen bringen dann einen aufgeregten und unausgeglichenen Hund auf die Wiese, und dann kommt es schnell zu Problemen. Meiner Meinung nach entfernen sich diese Menschen dann unbewusst von ihren Hunden. Es mag hart klingen, aber wir respektieren die Natur unserer Hunde nicht, wenn wir erwarten, dass sie nach dem Spielen auf einer Hundespielwiese müde sind. Sie sind dann nämlich nur körperlich müde, nicht aber müde im Kopf. Äußerlich mögen sie erschöpft sein, innerlich jedoch sind sie extrem aufgeregt. Der Weg zu einem ausgeglichenen Hund und einer guten Beziehung ist, dass der Hund unser Begleiter ist und wir ihn in unser Leben integrieren.

Wie sind Sie auf die „sanften Riesen“, die Doggen, gekommen? Wie viele Hunde leben derzeit bei Ihnen?

Das war einfach ein Zufall. Für mich sind Rassen nicht wichtig, ich liebe alle meine Hunde! Ich mag die unterschiedlichen Charaktere innerhalb meines Rudels und respektiere jeden Hund auf die gleiche Weise, egal ob große Dogge oder kleiner Chihuahua. Die Größe meines Rudels variiert ständig, es kommen Hunde dazu, und andere sind erfolgreich rehabilitiert und verlassen mein Rudel wieder.

Noch eine persönliche Frage: Allgemein wird immer behauptet, dass Hunde in Spanien nicht so einen Stellenwert wie in Deutschland haben und eher selten als Familienmitglieder angesehen werden. Gelten Sie als Spanier und mit Ihrem besonderen Verständnis für die Hunde als ein „Exot“ in Ihrem Heimatland?

Leider hat Spanien ein schlechtes Image im Ausland, und mir ist bewusst, dass ein großer Teil der Spanier immer noch weit „hinterherhinkt“, wenn es um das Thema Hund oder andere Tiere geht. Das verändert sich aber derzeit in großen Schritten: Es entwickelt sich ein starkes Bewusstsein für den Tierschutz. Die meisten Menschen in Spanien, die einen Hund haben, gehen sehr gut mit ihm um, und für sie ist der Hund ein Familienmitglied. Ich habe das Glück gehabt, zwischen solchen Menschen aufzuwachsen. Auch auf meiner Heimatinsel Mallorca hat sich sehr viel verändert: Heutzutage haben wir Hundestrände und Hundeparks, und in manchen Buslinien sind Hunde erlaubt. Demnächst wird es auch eine Tierschutz-Polizei geben. Einfach zu denken, ich wäre in meiner Heimat ein Exot, wäre, als wenn wir Spanier glauben würden, jeder Deutsche trägt eine Lederhose. (Er lacht.)

Vielen Dank für das Interview.

 

Das Interview führte Fritz & Anna-Redakteurin Sabina Pilguj

 

 



DOGStoday Magazin

Hundeexperte José Arce:

JEDER HAT DEN PERFEKTEN HUND!"


José Arce wird gerne als der „Hundeflüsterer von Mallorca“ bezeichnet. Er hilft Besitzern mit individueller Beratung, Missverständnisse in der Mensch-Hund-Beziehung aufzuklären.

Wir haben mit ihm gesprochen...


von Daniela Borsutzky


José Arce mag es nicht, wenn man ihn in die Schublade der Hundetrainer stecken will. Er sieht sich mehr als ein Vermittler. „Die wahre Verbindung zu unserem Hund hat jeder von uns – man muss sie nur wiederentdecken“, betont er während des Gesprächs mehrmals. In seinem 8500 Quadratmeter großem Refugium auf der spanischen Insel rehabilitiert José Arce scheinbar

untherapierbare Problemhunde – mit Erfolg. Er hilft Privatpersonen, gibt Workshops für Hundetrainer und hat mittlerweile zwei Bücher geschrieben. Der gebürtige Mallorquiner lebt in seiner Finca mit einem ganzen Rudel von Hunden, welche ihn tagtäglich auch bei seiner Arbeit unterstützen.


Herr Arce, was sind Sie eigentlich von Beruf?

Es war schwer für mich, eine Bezeichnung für meine Tätigkeit zu finden. Meine Kunden nannten mich schnell den „Hundeflüsterer von Mallorca“. Ich fühle mich aber nicht wie ein Hundeflüsterer, erst recht nicht wie ein Hundetrainer! Ich versuche den Menschen die Augen zu öffnen und sie aufzuklären. Sie müssen zum einen den Hund als das erkennen was er ist – nämlich als Hund – und zum anderen lernen, ihren eigenen Instinkten, ihrem Bauchgefühl wieder zu vertrauen. In einem sehr persönlichen Weg versuche ich das bei meinen Kunden zu erreichen. Daraus hat sich schließlich die Bezeichnung „Mensch-Hund- Therapeut“ ergeben.


Mit welchen Problemen kommen Hundebesitzer zu Ihnen?

Zunächst sind es die üblichen Schwierigkeiten. Der Hund zieht an der Leine oder kann nicht

alleine Zuhause bleiben, ohne die Nachbarn zu stören. Oft sind die Menschen, die mich um Hilfe bitten, schon sehr verzweifelt und haben bereits alles Mögliche unternommen, um Ihre Probleme zu lösen, jedoch ohne Erfolg. Da geht es dann häufig um Aggressivität oder wenn der Mensch die Kontrolle über seinen Hund verloren hat. Diese Hundehalter sind dann am Boden zerstört und verzweifelt. Mich rufen zum Teil weinende Menschen an und sagen Dinge wie „Mir will niemand mehr helfen“, oder „Man hat mir gesagt, dass ich meinen Hund einschläfern lassen soll.“ Man muss sich dazu immer eines vor Augen führen: Es gibt keine schlechten Hunde! Zu Problemen kommt es, weil wir Menschen – meist unbeabsichtigt – etwas falsch machen und der Hund dann dementsprechend darauf reagiert. Und wenn es dann irgendwann so- weit ist, dass der Mensch innerlich aufgibt, dann merkt das der Hund natürlich auch.


Worüber schreiben Sie in Ihren Büchern?

Im ersten Buch ging es um meine „Geheimnisse“, die die Grundlage für ein glückliches Leben mit einem Hund darstellen. In meinem neuen Buch vertiefte ich diese in der Praxis. Erkenne, respektiere und liebe deinen Hund – das ist mein Motto. Genau in dieser Reihenfolge, das ist wichtig. Es ist im Grunde ganz einfach: Wer seinen Hund als solchen wahrnimmt, seine Bedürfnisse respektiert und mit ihm artgerecht kommuniziert, kann intuitiv und ohne strenges Regelwerk das Vertrauen aufbau- en, das sich jeder Hundehalter wünscht. In meinem aktuellen Buch zeige ich in drei Schritten den Weg für ein glückliches Zusammenleben zwischen Mensch und Hund.

Im ersten Schritt wird eine intensive Bindung zum Hund hergestellt. Die korrekte Körpersprache und Führung wird anhand von Übungen erlernt. Im zweiten Schritt werden die Basics trainiert, die jeder Hund beherrschen sollte, um in unserer Welt gut zurechtzukommen. Auf dem Programm stehen Klassiker wie Sitz, Platz und Rückruf.

Im dritten Schritt werden verschiedene Alltagssituationen, wie das Aussteigen aus dem Auto, geübt und spielerisch trainiert.


Der Titel Ihres neuen Buches lautet „Individuelle Wege zum perfekten Mensch–Hund–Team“. Glauben Sie denn an Perfektion?

(Lacht) Naja, es ist doch so, dass jeder Hundehalter diese Perfektion, die wahre Verbindung sucht. Selbstverständlich gibt es nicht nur schwarz oder weiß, oder die eine Perfektion.

Aber es gibt eine natürliche und instinktive Verbindung zwischen Mensch und Hund, man muss sie nur wieder finden. Dabei helfe ich gerne. Jeder hat den perfekten Hund – man muss nur seine Augen und sein Herz aufmachen.


Sie haben ja nicht nur einen Hund, sondern gleich ein ganzes Rudel – vor allem Doggen.

Was mögen Sie an dieser Rasse?

Das war einfach ein Zufall. Für mich sind Rassen nicht wichtig, ich liebe alle meine Hunde! Ich mag die unterschiedlichen Charaktere innerhalb meines Rudels und respektiere jeden Hund auf die gleiche Weise. Egal ob große Dogge oder kleiner Chihuahua.


Sie sprechen immer wieder von der Vermenschlichung des Hundes als Problem...

Dieses Wort wird oft benutzt, aber kaum jemand versteht wirklich was damit gemeint ist! Für mich bedeutet die Vermenschlichung eines Hundes, dass der Mensch seine Bedürfnisse und Wünsche auf den Hund projiziert und dabei vergisst, dass er einen Hund vor sich hat. Doch als solchen muss er ihn respektieren und verstehen, dass er die Verantwortung für ihn übernommen hat. Ich kann das Problem, das viele Menschen mit dieser Situation haben, durchaus nachvollziehen. Der Hund an sich ist ja bereits eine Vermenschlichung durch Domestizierung, denn wir haben ihn erschaffen. Ich selbst liebe meine Hunde wie eigene Kinder – aber vergesse nie, dass sie Hunde sind.


Vielen Hundehaltern fällt es schwer konsequent zu sein...

Konsequenz ist wichtig, aber funktioniert bei unserem Hund nur, wenn sie ehrlich gemeint ist. Der Schlüssel zur Konsequenz ist also die Überzeugung. Ein Spaziergang kann für unseren Hund gefährlich sein, beispielsweise wenn wir eine Straße überqueren. Wenn mir die gefährliche Situation bewusst ist und ich überzeugt davon bin, dass es besser ist wenn er an der Leine geht, dann bin ich automatisch konsequent.


Kommen bei Ihrer Hundeerziehung Belohnung und Bestrafung zum Einsatz?

Das Wort Erziehung mag ich eigentlich nicht, denn es hat für viele Menschen einen unangenehmen Beigeschmack.

Mit Belohnung und Bestrafung im herkömmlichen Sinne arbeite ich nicht. Für mich sind meine Hunde wie meine Kinder. Wenn sie etwas falsch machen, dann zeige ich ihnen wie es richtig ist. Wenn ich meinen Hund rufe und er kommt, dann belohne ich ihn indem ich ihn streichle oder mich einfach freue. Wenn er aber nicht kommt, dann bestrafe ich ihn nicht. Ich suche den Fehler bei mir, denn offenbar habe ich ihn falsch konditioniert. Da ist mir der Respekt gegenüber meinen Hunden sehr wichtig. Belohnung ist für mich, ebenso auch für meine Hunde,

jeder Moment, den wir zusammen verbringen.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für die Zukunft!




Hundeschau

Richtig miteinander spielen

 

Beinahe jeder Hundebesitzer spielt gerne mit seinem Hund. Dabei sollten Sie allerdings ein paar Dinge beachten Text: José Arce

Folgenden Satz höre ich in letzter Zeit immer häufiger: „Hilfe, mein Hund ist hyperaktiv.“ Ich frage mich manchmal wirklich, wo all diese Tiere plötzlich herkommen sollen. Wenn ich aber unterwegs bin und sehe, wie und vor allem in welchem Ausmaß die Leute ihre Hunde beschäftigen, wundert es mich nicht mehr, dass einige unserer Vierbeiner so überdreht und nervös sind.

Das Fatale ist, dass sehr viele Hundebesitzer davon ausgehen, dass sich ihr Hund zu wenig bewegt, wenn er unausgeglichen ist und nicht zur Ruhe kommt. Und deshalb versuchen, ihn immer mehr auszupowern.

Hunde sind für mich in vielerlei Hinsicht wie Kinder, aber eines haben sie ganz offensichtlich mit jenen gemeinsam: Sie lieben es zu spielen. Nicht nur mit ihresgleichen, sondern

auch mit uns Menschen. Und das Schöne am Spiel ist, dass es nicht nur ihm Freude bereitet, sondern auch uns.

Spielen ja, aber nicht irgendwie

Was man spielt, ist dabei eigentlich egal. Ich zum Beispiel liebe es, einfach mit meinen Hunden herumzutoben und genieße den Körperkontakt, den wir dabei ganz automatisch haben. Was nicht egal ist, ist, wie man miteinander spielt. Leider kann man eine ganze Menge falsch machen. Das musste auch ein junger Mann erfahren, der eines Tages meine Hilfe suchte. Und er ist beileibe nicht der einzige dem es so erging. Weil er selbst recht sportlich war und sich am liebsten in der freien Natur aufhielt, war seine Wahl bei der Suche nach einem passenden Hund auf einen Border Collie gefallen. Zwei Jahre war dieser jetzt alt. Der junge Mann hatte sein Studium beendet und arbeitete jetzt in einem kleinen Start-up-Unternehmen. Den Hund mit zur Arbeit zu nehmen, war kein Problem. Die Zeit für gemeinsame Jogging- und Radtouren jedoch war mit den Monaten immer weniger geworden. Deshalb hatte er angefangen, einen Ball mit ins Büro zu nehmen, damit er wenigstens zwischendurch mit seinem Vierbeiner spielen konnte. Mittlerweile hatte er sich angewöhnt, den Ball vom Schreibtisch zur Tür hinauszuwerfen, wo er den langen Flur entlangflog und kullerte.

Wenn das Spielen kontraproduktiv ist

Das war praktisch und der Vierbeiner schien Gefallen daran zu finden. Daher warf er den Ball jedes Mal wieder, wenn der Hund ihn brachte. Und der kam oft. Geschätzt kämen sie so sicher auf ein bis zwei Stunden am Tag, in denen der Hund immer nur hin und her sauste, meinte er. „Wenigstens wäre der Hund durch die ganze Rennerei“, so hoffte der junge Mann, „abends so müde wie nach dem gemeinsamen Laufen.“

Seltsamerweise war der Hund zu Hause aber viel aufgedrehter als früher. Überhaupt gab es immer öfter Probleme, weil er nicht so folgte, wie es der Mann sich wünschte. Er lief auch schlechter an der Leine und bellte andere Hunde an. Das hatte er bisher nie gemacht. Was war nur los?

Der junge Mann und sein Border Collie sind kein Einzelfall. Leider ist diese Art des Spielens nämlich weitverbreitet. Es beginnt häufig damit, dass man mit einem Ball, Stock oder Frisbee aufgeregt vor dem Hund hin und her wedelt und ihn zum Beispiel mit Worten anstachelt wie: „Schau mal, was ich hier habe.“

Im Hund wird das Jagdverhalten geweckt

Vielleicht tut man ein paarmal so, als würde man Ball, Stock oder Frisbee werfen. Auf jeden Fall wird der Hund dadurch extrem erregt – zum einen, weil sich die eigene Stimmung auf ihn überträgt, zum anderen weil sein natürlicher Jagdinstinkt geweckt wird. Wenn man das Ding dann endlich wirklich wirft, kann der Hund gar nicht anders, als wie der Blitz hinterher- zujagen. Kommt er dann mit der „Beute“ zurück und man wirft sie erneut, steigert man die Aufregung immer noch weiter. Mit jedem Wurf noch ein bisschen mehr. So weit, bis man schließlich nicht mehr von Spielen reden kann, weil es für das Tier fast schon ein Zwang ist, dem Ball hinterherzulaufen

Durch das Hin-und-Her-Gerenne verausgabt sich der Vierbeiner zwar vielleicht körperlich völlig, mental aber ist er angespannt wie ein Flitzebogen. Er ist nervös, gestresst und überdreht, und diese Verfassung kann schnell einmal in eine problematische Haltung umschlagen.

Der Hund übernimmt die Kontrolle!

Verstehen Sie mich nicht falsch: Das Problem ist nicht, dass der Mann mit seinem Hund Ball gespielt hat. Das Problem ist, dass er mit diesem Spiel den Spaziergang ersetzen wollte. Er wollte das Spiel nutzen, um dem Hund ein Ventil zu geben. Doch was macht der Hund? Er versucht, sein Umfeld zu kontrollieren und selbst zu bestimmen, was wie abläuft. Er läuft dann zum Beispiel beim Gassigehen immer vornweg, zieht also auch an der Leine, bellt Artgenossen oder Menschen aus dem Weg – genau wie der Border Collie meines Kunden. Dazu kommt noch: Weil dieser Hund selbst bestimmen konnte, wann gespielt wurde, geriet das bisher gültige Vertrauen im Mensch-Hund- Team zusätzlich gehörig ins Wanken. Denn ein Hund fühlt sich schnell als angespannter Kontrollfreak, wenn wir den Ball jedes Mal werfen, sobald er ihn uns vor die Füße legt. Dadurch nämlich hat er das Gefühl, das Spiel zu kontrollieren. Dabei sollte genau das unsere Aufgabe sein.

Kein Wunder also, dass der Hund gar nicht mehr zur Ruhe kam. Im vermeintlichen Bewusstsein, das neue „Familienoberhaupt“ zu sein, hatte er gar keine Zeit mehr, sich auszuruhen. Schließlich musste er ja immerzu aufpassen, was um ihn herum alles passiert. Damit ihm und seinem Herrchen nichts passiert.

Das falsche Spiel kann also ganz schön gewaltige Folgen für die Mensch- Hund-Beziehung haben. Und es steht der Harmonie absolut im Wege.

Ein Spiel muss ein Spiel sein

Niemand sollte Spielen als Mittel benutzen, um den Hund müde zu machen oder zu erziehen. Ein Spiel muss ein Spiel sein und darf nichts anderes ersetzen. Es muss für beide immer als solches erkennbar sein. Und dazu gehört auch, dass es zeitlich begrenzt ist. Das ist sogar besonders wichtig.

Es mag hart klingen, aber wir respektieren die Natur unserer Hunde nicht, wenn wir erwarten, dass sie nach dem Spielen müde sind. Sie sind dann nämlich nur körperlich müde, nicht aber müde im Kopf. Äußerlich mögen sie erschöpft ein, innerlich jedoch sind sie extrem aufgeregt. Unsere Hunde brauchen nicht nur eine Arbeit, um müde zu werden. Sie brauchen auch eine Aufgabe, die sie geistig fordert. Bei Tieren, denen diese vorenthalten wird, muss ich immer ein bisschen an Kinder denken, die von ihren Eltern vor den Fernseher gesetzt werden, damit die ihre Ruhe haben. Dass der Nachwuchs danach umso zappeliger und unausgeglichener ist, scheint ihnen nicht aufzufallen. Sie kommen der Natur Ihres Hundes noch näher, wenn

Sie bei der Wahl des Spiels berücksichtigen, welche Aufgaben seiner Rasse ursprünglich zugedacht waren. Spaniel zum Beispiel lieben es, Dinge aus dem Wasser zu apportieren, weil sie zur Entenjagd gezüchtet wurden. Es entspricht daher ihrer Natur, wenn sie sich im Wasser austoben können. Huskies haben Spaß daran, ihren Menschen auf Rollerblades hinter sich herzuziehen. Genauso nimmt ein ausgebildeter Münsterländer die Jagd mit einem Jäger wie ein Spiel. Aber diese Arbeit allein genügt ihm nicht. Der Jäger geht schließlich nicht jeden Tag auf die Pirsch. Daher hat der Hund wie jeder Vierbeiner noch seinen normalen Alltag. Jagen kann deshalb nicht die einzige Art sein, ihn auszulasten. Viele Menschen, die auf die oben beschriebene Art und Weise mit ihrem Hund spielen, hätten dazu vermutlich ohnehin nicht die Zeit – so wie mein Kunde.

Unser Alltag hält zum Glück genug andere Aufgabenstellungen bereit, in denen sich der Hund profilieren kann. Die beste davon ist das disziplinierte Gassigehen. Auch wenn Sie im Alltag immer wieder die Dinge verlangen und üben, die Sie Ihrem Hund beigebracht haben, fordern Sie ihn auf ganzheitliche Art und Weise. Beschäftigung muss in den Alltag integriert werden, dann fühlt sich der Hund wohl. Und das schlägt sich auch auf sein Verhalten nieder: Wenn der Vierbeiner seinen Beitrag zu einem harmonischen Mit- einander leistet, indem er das macht, was er machen soll, ist er ausgeglichen und ruhig. Dann ist er der souveräne Hund, den wir uns wünschen.

Ach ja, auch beim gemeinsamen Radfahren oder Joggen wird der Hund müde – aber eben nicht nur körperlich. Weil er uns dabei immer folgen muss, ist es echte Arbeit für ihn. Das leuchtete auch dem jungen Mann mit dem Border Collie ein. Schließlich gab es keinerlei Probleme, als die beiden noch gemeinsam Sport getrieben hatten. Erst infolge des falschen Ballspiels sah der Hund sein Herrchen nicht mehr als den Verantwortlichen an, der dieser zuvor für ihn war.

Statt dem Tier Sicherheit zu schenken, vermittelte der Mann ihm nun das Gefühl, dass er seinen Menschen glücklich mache, wenn er immer auf einem hohen Niveau von Energie wäre. Dabei wünschte der Mann sich doch genau das Gegenteil.



SPIELEN AUF MEINE ART

Verstecken spielen

Manchmal verstecke ich mich schnell, wenn mein Hund gerade konzentriert irgendwo herumschnüffelt und rufe ihn dann. Es dauert zwar nie lang, bis er mich entdeckt, aber es macht ihm Spaß, mich zu suchen. Und wenn er mich gefunden hat, toben wir ausgelassen noch ein bisschen miteinander herum.



Sich richtig austoben

Beim Fangen spielen muss sich der Hund ganz auf mich konzentrieren. Das fordert seinen Kopf und nebenbei kommt er auch noch gehörig außer Puste. Ich übrigens auch. Wenn Sie sich dabei albern vorkommen, können Sie genauso gut auch mit Ihrem Hund joggen gehen. Was Sie für Sport halten, ist für ihn ein Spiel: gemeinsam durch die Natur rennen.



Gemeinsam die Welt entdecken

Es muss nicht immer wild zugehen. Sie können auch kleine Fährten für Ihren Vierbein- er legen, sich gemeinsam auf Spurensuche begeben oder ein neues Gebiet entdecken. Für Ihren Hund ist vor allem wichtig, dass Sie dabei ganz bei der Sache sind und nicht nebenbei mit dem Handy telefonieren oder sich anderweitig beschäftigen. Spielzeit ist ganz bewusst Zeit nur für Sie zwei. Genießen Sie die Nähe!


MIT ALLEN SINNEN DABEI SEIN

Wie aber kann man nun mit dem Hund spielen, ohne ihm zu schaden? Wie gelingt es, dass beide Freude daran haben und gleichzeitig noch die Beziehung zueinander gefestigt wird? Zum Beispiel indem Sie beim Spaziergang eine Pause machen, in der Sie ganz bewusst miteinander spielen. Dadurch vermitteln Sie Ihrem Hund, dass Sie mit ihm spielen, um ihm eine Freude zu bereiten.

Geben Sie dem Hund außerdem immer das Gefühl, dass Sie die Kontrolle über das Spiel haben. Dazu gehört auch, dass Sie ganz bei der Sache sind und nicht am Handy telefonieren oder sich mit anderen Hundebesitzern unterhalten. Und zu Hause, dass Sie nicht einfach nebenbei beim Fernsehen den Ball werfen. Oder im Büro, während Sie am Computer arbeiten. Wenn Sie nicht die Muße haben, sich voll und ganz auf Ihren Hund einzustellen, lassen Sie es lieber ganz bleiben. Auch wenn Sie es bisher so gemacht haben. Sie brauchen kein schlechtes Ge- wissen haben oder sich gemein vorkommen, wenn Sie seiner Auf- forderung zum Spiel plötzlich nicht mehr nachkommen. Was Sie Ihrem Hund dafür geben, ist so viel mehr: Er kann wieder lernen, Ihnen zu vertrauen, sich Ihnen anzuvertrauen. Und er kann endlich wieder zur Ruhe kommen. Er selbst sein.

DAS SPIEL BEENDEN

Vorsicht: Auch wenn man es richtig macht, kann ein Spiel den Hund „hoch-pushen“. Man muss ihn daher anschließend auch wieder zur Ruhe bringen. Dies gelingt am einfachsten, indem man selbst aufhört und wieder ruhig wird. Dann kommt der Hund automatisch ebenfalls runter.

Sagen Sie nicht: „So, jetzt ist aber Schluss. Wir hören auf.“ Zeigen Sie ihm durch Ihr Verhalten, dass Sie selbst jetzt aufhören. Nehmen Sie zum Beispiel den Ball an sich und gehen Sie langsam ein Stückchen weiter. So beenden Sie die Spielzeit ohne Worte. Reagieren Sie auch nicht auf weitere Aufforderungen Ihres Hundes. Normalerweise wird er ziemlich schnell kapieren, dass der Spaziergang jetzt normal weitergeht. Wenn er es drei-, vier- oder fünf- mal immer weiter versucht, hat er gelernt, dass er nur lang genug nerven muss, damit Sie weiterspielen. Indem Sie nachgegeben haben, haben Sie ihn unbewusst (und ungewollt) darauf konditioniert. Aber auch hier lässt es sich umlernen. Es dauert nur vielleicht ein bisschen länger. Irgendwann wird aber jeder Hund merken, dass es einfach viel mehr Spaß macht, seinem Menschen zu folgen als noch einmal dem Ball oder Stöckchen hinterherzuhetzen. Weil das einfach seinem echten Wesen entspricht. Und ihn genau deshalb auch in dem Maße auslastet, das er braucht, um ein ausgeglichener, souveräner Partner zu sein. Wenn Sie richtig mit Ihrem Hund spielen, haben also beide etwas davon. Sowohl ihr Hund als auch Sie!

Am Beispiel des Spielens wollte ich Ihnen zeigen, wie unkompliziert Hundeerziehung sein kann und wie gut sie sich in den gemeinsamen Alltag integrieren lässt. Ein perfektes Mensch- Hund-Team muss kein Traum bleiben. Sie müssen sich nur trauen, alte Verhaltensmuster hinter sich zu lassen und neue Wege zu gehen. Ihr Hund wird Sie gern auf dieser Reise begleiten.

José Arce ist Hund-Mensch-Therapeut. Er stellt die Verbindung zwischen Mensch und Hund wieder her. Seine Kunden nennen ihn auch gerne den „Hundeflüsterer von Mallorca“. José Arce sieht seine Aufgabe darin, Türen zu einem besseren Miteinander zu öffnen und einen entspannten und friedvollen Alltag mit dem geliebten Haustier zu ermöglichen. Der Weg zu einer echten Beziehung zum Hund führt für ihn über die Instinkte – die des Hundes, aber auch die des Menschen. Weitere Informationen unter: www.jose-arce.com



DOG`S AVENUE

PERSONALITY José Arce

VERTRAUEN schaffen,

richtig kommunizieren und erziehen

 

José Arce geht seit vielen Jahren seiner Berufung und seiner eigenen und

unkonventionellen Methode im Umgang mit Hunden nach.

José Arce öffnet Türen zu einem besseren Miteinander und ermöglicht einen entspannten und friedvollen Alltag mit dem geliebten Haustier. Der Weg zu einer echten Beziehung zum Hund führt über die Instinkte des Hundes, aber auch über die des Menschen. José Arce nutzt auf intuitive Weise die ursprüngliche Form der Kommunikation zwischen Mensch und Hund - ganz ohne unnötiges Beiwerk oder harte Regeln. www.jose-arce.com

Die Prinzipien von José Arce sind einfach: Wer seinen Hund als solchen wahrnimmt, seine Bedürfnisse respektiert und mit ihm artgerecht kommuniziert, kann intuitiv und ohne strenges Regelwerk das Vertrauen aufbauen, das sich jeder Hundehalter wünscht.

Lassen Sie nicht zu,

dass Ihr Hund die Situation klärt.“

Was ist für Sie die wichtigste Grundlage für eine stressfreie Hundebegegnung?

Das Ihr Hund Ihnen vertraut und die Beziehung zwischen Mensch und Hund stimmt. Denn wenn das nicht so ist, wird der Mensch automatisch die Lösung oder das Problem bei den anderen suchen und nicht bei sich selbst. Wenn unser Hund uns vertraut und wir in der Lage sind, ihm die Sicherheit zu vermitteln, werden wir kein Problem mit unserem Hund haben. Es ist einfacher und ehrlicher, wenn wir unserem Hund zeigen, wie er sich benehmen muss, unabhängig davon, welchen Hund wir auch treffen. Ihr Hund muss wissen, egal was für einen Hund Sie treffen: Sie haben die Verantwortung !

Wie erkenne ich, ob ein an- derer Hund ausgeglichen und nicht aggressiv ist?

Oft an der Reaktion unseres eigenen Hundes. Wir sollten die Signale unseres eigenen Hundes lesen und verstehen können. Begegnet uns ein anderer Hund, kann eigentlich jeder Mensch erkennen, ob dieser aus- geglichen ist. Oftmals macht der Mensch dann aber den Fehler, Aufregung mit Freu- de zu verwechseln. Beispiel: Wir sehen einen Menschen, der mit einem aufgeregten Hund auf uns zu kommt. Dann sollten wir uns zuerst einmal fragen: Will ich, dass mein Hund Kontakt mit diesem Hund hat? Tut das meinem Hund gut, werde ich in der Lage sein, meinen Hund wieder Sicherheit zu geben - falls die Aufregung in Aggressivität umschlägt?

Aus Ihrer Erfahrung: Was sind die häufigsten Fehler, die Frauchen bei

bei der Hundebegegnung machen?

Jeder Mensch möchte etwas anderes! Aber: Alle möchten etwas Gutes für ihren Hund machen. Viele Menschen glauben jedoch, dass jede Hundebegrüßung unserem Hund gut tut und ihr Hund jeden anderen Hund begrüßen muss. Andere Menschen vermeiden jegliche Begrüßung. In diesen beiden extremen Beispielen denken die Besitzer, dass sie alles richtig machen. Ich bin der Meinung, dass wir, wenn wir mit unserem Hund auf der Straße spazieren gehen und einen anderen Hundebesitzer treffen, in der Lage sein sollten, drei typische Hundebegegnungen zu meistern:

Wie kann ich meinen Hund vor einem Angriff durch einen anderen Hund schützen?

Lassen Sie nicht zu, dass Ihr Hund die Situation klärt. Wir können nicht verhindern, dass andere Hunde unseren Hund angreifen oder unseren Hund provozieren. Für mich ist es wichtiger, dass mein Hund in so einer Situation weiß, dass ich ihn schütze. Der beste Schutz ist dann, dass ich meinem Hund die Ruhe und Sicherheit vermittle, dass er sich entspannen kann und somit auch keine Bedrohung mehr für den anderen Hund dar- stellt. Stellen Sie sich die Frage: Sie sitzen in einem Café und Ihr Hund liegt ruhig neben Ihnen. Dann kommt plötzlich ein anderer Hund vorbei und provoziert Ihren Hund. Sind Sie dann in der Lage, dafür zu sorgen, dass Ihr Hund ruhig und entspannt liegen bleibt? Wenn ja, haben Sie die Antwort, was Sie in solchen Situationen machen müssen. Wenn nein, müssen Sie anfangen zu verstehen, dass wenn Ihr Hund entspannt neben Ihnen liegt, bedeutet das, er fühlt sich sicher und behütet. Sie müssen es schaffen, dass Ihnen das auch in jeglicher Stresssituation gelingt. Wenn Ihnen das schwer fällt, zögern Sie bitte nicht und holen Sie sich professionelle Hilfe.

Was halten Sie von sogenannten Hundespielwiesen?

Die meisten Menschen benutzen diese Plätze leider falsch. Es sollte ein Ort sein, wo Menschen mit Hunden Zeit verbringen und genügend Platz haben, um sich mit ihrem Hund zu beschäftigen und anderen Menschen mit ihren Hunden zu begegnen. Das Problem ist, dass jeder Hundebesitzer seine eigene Idee hat, wozu dieser Platz gedacht ist. Dadurch kommt es dann häufig zu Problemen. Manche Menschen haben ein schlechtes Gewissen durch zu wenig Zeit für den Spaziergang oder andere Defizite wie z.B., dass ihr Hund stark an der Leine zieht und im schlimmsten Falls oft und lange alleine zu Haus ist. Dann versuchen sie das durch den Auslauf auf der Hundespielwiese zu kompensieren. Eigentlich ist dieser Platz dafür gedacht, Spaß zu haben und nicht, um diese Probleme zu lösen. Viele Menschen sind auch der Meinung, ihr Hund müsse immer mit anderen Hunden spielen. Diese Menschen bringen dann einen aufgeregten und unausgeglichenen Hund auf die Wiese und dann kommt es schnell zu Problemen. Meiner Meinung nach entfernen sich die- se Menschen dann unbewusst von ihren Hunden. Der Weg zu einem ausgeglichenen Hund und einer guten Beziehung ist, dass der Hund unser Begleiter ist und wir ihn in unser Leben integrieren.

Vielen Dank für das interessante Gespräch.

LESETIPP

Individuelle Wege zum perfekten Mensch- Hund-Team. Vertrauen schaffen, richtig kommunizieren und erziehen In drei Schritten zeigt José Arce in seinem Praxisbuch mit viel Einfühlungsvermögen

seine ganz eigene Methode für ein glückliches Zusammenleben zwischen Mensch und Hund. Im ersten Schritt wird eine intensive Bindung zum Hund hergestellt. Die korrekte Körpersprache und Führung wird anhand von Übungen erlernt. Im zweiten Schritt werden die Basics trainiert,

die jeder Hund beherrschen sollte, um in unserer Welt gut zurechtzukommen. Auf dem Programm stehen Klassiker wie Sitz, Platz und Rückruf. Im dritten Schritt werden verschiedene Alltagssituationen wie das Aussteigen aus dem Auto geübt und spielerisch trainiert. Alle Übungen werden dabei Schritt für Schritt erklärt und in den Alltag integriert. Gräfe und Unzer, 168 Seiten, ca. 200 Farbfotos, 16,99 € , ISBN: 978-3-8338-5222-0





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Vertrauen und Kommunikation

Eigentlich ist es gar nicht so schwierig, mit seinem Hund zu einem perfekten Team zusammenzuwachsen. Vorausgesetzt, es herrscht eine intensive Bindung.

In seinem Praxisbuch erklärt José Arce genau, wie man zur absoluten Vertrauensperson für seinen Hund wird und ihm die Sicherheit vermittelt, die er braucht. Der Hund- Mensch- Therapeut erklärt Schritt für Schritt, welche Kommandos sitzen müssen und wie man sie mithilfe der korrekten Körpersprache einfach kommuniziert. Außerdem zeigt der Experte, wie sich problematische Alltagssituationen mit Ruhe und Gelassenheit lösen lassen.

▷„José Arce’s Praxisbuch“, von José Arce, Gräfe und Unzer Verlag, 168 Seiten,

16,99 €, ISBN 978-3-8338-5222-0 

Mallorca Magazin

Ein Teil dieser Insel

Als Sohn einer echten Mallorquinerin, die selbst aus einer Familie mit einer langen Geschichte stammt und eines Vaters aus Kastilien, der als Kind auf dem Festland den spanischen Bürgerkrieg und danach die harte Zeit unter Franco miterleben musste, zog es meinen Vater als jungen Mann nach Mallorca. Hier hoffte er auf ein besseres Leben und darauf, sein persönliches Glück zu finden. Hier lernte er meine Mutter kennen und gründete mit ihr eine Familie.

Ich wuchs inmitten des Stadtgetümmels von Palma auf. Wenn ich an meine Kindheit zurückdenk, dann merke ich, was für ein Glück es war, auf dieser Insel aufzuwachsen, die schon damals so vielfältig war und wo ich bereits als Kind derart vielen unterschiedlichen und interessanten Menschen begegnen durfte. Ich glaube, dass genau diese Vielfalt Mallorcas in mir das Interesse geweckt hatte, offener zu leben, mehr von der Welt zu sehen und viele andere Menschen kennenlernen. Es lag vielleicht in meinen Genen, auszuziehen um die Welt zu entdecken, vielleicht aber hat die Vielfalt Mallorcas diesen Impuls in mir geweckt!

Als ich mit der Schule fertig war verließ ich die Insel und suchte mein Glück in Paris, Hamburg, Barcelona, Málaga, auf Teneriffa und in Köln. An all diesen Orten fühlte ich mich wohl und überall hatte ich ein Gefühl von Heimat. Meine Gedanken aber waren immer hier auf Mallorca. Ich bin überzeugt: wer mit sich selbst in Frieden lebt und die richtigen Menschen um sich hat, kann überall auf der Welt glücklich sein. Für mich aber war klar, ich muss wieder auf Mallorca leben!

Dieses Lebensgefühl hier, inmitten von Europa, umgeben von Natur, Kultur und vielen verschiedenen und interessanten Menschen, das habe ich nur hier gefunden und das genieße ich sehr. Mein Herz ist hier, bei meiner Familie, bei meinen Freunden aus der ganzen Welt, bei meinen Tieren und bei den Menschen dieser Insel. Damit meine ich alle jene, die Mallorca lieben. All jene, die so fühlen, wie ich. Jene, die Mallorca nicht als ihren Besitzt verstehen, sondern die wie ich, ein Teil dieser Insel sind.


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